Teil eines Werkes 
14. Band = Neue Folge, 1. Band, Algier und Paris im Jahre 1830 : 2. Theil (1846)
Entstehung
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Plötzlich war es, als ob ein Schleier von den fernher gedämpft klingenden Tönen hinweg genommen würde; mit heller, freudiger Kraft ſchlugen ſie ans Ohr. Der Oberſt eilte an das Fenſter. Eben bog das Regiment aus einer Seitenſtraße herein und wurde auf dem Quai des Hafens

ſichtbar.

8 Giacomo, der ebenfalls ans Fenſter geſprungen war, rief frohlockend, faſt überlaut:Juchhe! Das iſt das achte Regiment. Es hat in Toulon geſtanden. Es ſind lauter gute Kameraden! O, nun wird es luſtig hier in Algier! Jetzt könnte mir's ſchon gefallen, hier zu bleiben!

Das Negiment defilirte faſt unter dem Fenſter vorbei, den Quai entlang, nach der andern Seite der Stadt zu, wo es vorläufig einen Bivouac beziehen ſollte.

Als es vorüber war, ſprach der Oberſt:Freund! Jetzt wird es Zeit. Ich glaube der günſtige Augenblick iſt ge⸗ kommen, wo wir die Stadt verlaſſen müſſen.

Giacomo warf ſogleich den Mantelſack auf die Schulter und Beide gingen hinab. Ehrfurchtvoll ſtand Baruch un⸗ ten an der Thür. Sein Gaſt hatte ihn für den kurzen Aufenthalt iu ſeinem Hauſe ſo reichlich bezahlt, daß er ihn nach Art dieſer Alles nach Gold abwägenden Gemüther jetzt mit ſolcher Demuth und Verehrung betrachtete wie den Oberrabbiner. Er beugte ſich bis zur Erde hinab und wollte den Saum von dem Ueberrock des Oberſten

konnte. Auch Rebekka hatte ſich tief verneigt und ſprach Worte der knechtiſchen Unterwürfigkeit.Jehovah ſoll Euch ſegnen, großer Herr der Franken! rief Baruch mit gen Himmel gehobenen Armen aus.Er ſoll Euch und Eure Kinder und Enkel mit ſeinen Gaben überſchütten! Meine Schwelle iſt geehrt durch Euern Fuß, mein Haus berühmt

küſſen, welches dieſer nur mit Mühe und Ernſt verhindern