Teil eines Werkes 
13. Band = Neue Folge, 1. Band, Algier und Paris im Jahre 1830 : 1. Theil (1846)
Entstehung
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Donner des feindlichen Geſchützes ganz nahe vernimmt, muthig, raſch und ſcharf umher. Die Richtung, aus der der Schall kam, war die Verlängerung der Zimmerreihe; haſtig ſchritt er daher durch das anſtoßende Gemach in ein drittes, deſſen Fenſter nach der Seite hinaus gingen, woher der Schuß gehört worden war. Schnell zog er den dun⸗ kelgrünen Vorhang zurück da lag das blaue Meer

im reinen, weiten Spiegel vor ihm, er erblickte die Segel

und Maſten der franzöſiſchen Flotte, erkannte die Flagge ſeines Volkes! Wie geblendet trat er einen Schritt zurück, erhob Blick und Hände gen Himmel und ſank dann, von Freude und heiliger Rührung überwältigt, auf's Knie nie⸗ der.Dank dir, allmächtiger, allgütiger Gott, für dieſen Augenblick. Das iſt mein Volk, das ſind ſeine Wimpel,

ſeine ſtolzen Segel! Das war der freudige Siegesdonner,

vor dem das bewaffnete Europa gebebt hat! Die hellſte Sonne warf ihre glänzenden Strahlen auf das erhabene

Gemälde. Nur ein leichter Hauch des Windes hob das Meer in langen, breiten, langſam ſteigenden und fallenden Wellen und trieb den Rauch des eben gefallenen Schuſſes in einer lichten Wolke über die blaue Flut dahin. Giacomo, der ſeinem Gebieter gefolgt war, ſtand eben⸗ falls voller Freude vor dem offenen Fenſter und rief:Ja, das iſt unſere Flotte! Das iſt der Scipio! Das der Breslau! Dort kreuzt die Stadt Marſeille! Und hier ganz vorn liegt das Admiralſchiff, die Provencel

Er zog den Oberſten mit emſigem Eifer zu ſich herauf und nannte ihm die Namen aller Schiffe. Dieſer ließ den Blick über das weite Weltmeer, auf deſſen Rücken die ma⸗ jeſtätiſche Flotte ruhte, dahin ſchweifen und in ſeinen Au⸗

gen ſtanden große, heilige Thränen..