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„Seid willkommene Gäſto in unſerm Hauſe,“ ſprach die Jüdin, indem ſie die Speiſen auf den Tiſch ſetzte; „möge Euch das Mahl wohl behagen und bekommen!“
„Das hat nicht Noth, Frau Rebekka,“ ſprach Giacomo, indem er auf den Wink des Oberſten ſich zu dieſem ſetzte; „wir haben lange Zeit nichts genoſſen und allerlei Geſchäfte abgethan, die die Eßluſt reizen.“—„Aber ſagt mir doch, fuhr er nach einer kurzen Unterbrechung fort,„wovon ſpra⸗ chet Ihr eigentlich mit Euerm Manne, als wir Beide an⸗ kamen? Ihr geberdetet Euch wahrlich, als ſtehe Euer Haus in Flammen. Was gab's denn für eine Unglücks⸗ Nachricht?“
„Stellt Euch doch, als ob Ihr's nicht wüßtet,“ erwi⸗ derte Rebekka.„Solltet Ihr denn nicht gehört haben, daß die Mannſchaft im Kaiſerſchloß nicht länger fechten will, ſondern abzuziehen droht? Und geräth das in die Gewalt der Franken, ſo rücken ſie am andern Tage hier ein, das ſollt Ihr ſehen. Uns Allen iſt himmelangſt dabei, denn ſie ſollen Alles mit Feuer und Schwert vertilgen wollen, wie man erzählt.“
„Danach Ihr's anfangt,“ antwortete Giacomo, wäh⸗ rend der Oberſt aufmerkſam auf die Nachrichten hörte; „wird einem der Gefangenen ein Haar gekrümmt, ſo wird's die Stadt entgelten müſſen. Ihr und Euer Alter habt aber eine Glücksnummer gezogen, denn wenn Ihr Euch gut gegen uns betragt, ſo kann ich Euch dafür ſtehen, daß Euch nichts Leides widerfahren ſoll.“
„Der Gott unſrer Väter möge es Euch vergelten!— Aber was können wir dafür, wenn die Türken die ge⸗ fangenen Chriſten niedermetzeln? Wir Juden, das wißt Ihr ja wol, müſſen ſchon froh ſein, wenn ſie uns nur in Nuhe laſſen.“
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