Teil eines Werkes 
13. Band = Neue Folge, 1. Band, Algier und Paris im Jahre 1830 : 1. Theil (1846)
Entstehung
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meinen Weg nach dem franzöſiſchen Lager. Nicht umſonſt hatte ich mit größeſtem Eifer mir die Kenntniß der Landes⸗ ſprache erworben, nicht vergeblich jeden Handelsjuden über den Weg nach Algier, oder nach der Küſte ausgeforſcht; jetzt kam mir Beides zu ſtatten. Ich bedurfte keines Wegweiſers, keines Dolmetſch. Mit der Tagesfrühe war ich an der Weg⸗ ſcheide, wo ich nach dem Lager der Franken reiten mußte, angelangt; allein gelagerte Beduinen machten es mir un⸗ möglich, den beabſichtigten Pfad einzuſchlagen. Ich mußte befürchten, bei jedem Schritte Abukan zu treffen, der einen Theil jener Scharen, das wußte ich, befehligt. So war ich gezwungen, meinen Weg nach Algier zu richten. Von dem Augenblick an, wo ich ins Thor ritt, ſind Dir meine Abenteuer bekannt. 1

Während der Oberſt ſeinem Gefährten dieſen kurzen Ab⸗ riß ſeiner Schickſale gab, war Baruch mit Rebekka und einen Korb voller Kleidungsſtücke heraufgekommen.

Hier bringe ich, was Ihr verlangt, mein gnädigſter Herr! Wunder Jehovah's! Seltſame Röcke aller Art werdet Ihr finden. Freilich ſind ſie ſchon ein wenig alt und abgetragen; mehre haben die Motten angenagt. Aber was will man machen? Wer braucht hier dieſe Kleider? Manchen Rock habe ich ſchon zehn oder zwölf Jahre bei mir hängen und es hat ſich keiner dazu gefunden.

Warum zerſchneidet Ihr die Kleidung nicht? fragte Giacomo..

Zerſchneiden? Wozu ſoll das helfen? Die Franken tragen nur enge Röcke, hier ſoll Alles weit und faltig und bequem ſein. Es ließe ſich wol ein jüdiſcher Talar zerſchnei⸗ den, um einen fränkiſchen Rock daraus zu machen, aber nicht umgekehrt!

Indeß hatte der Oberſt mehre Kleidungsſtücke betrachtet, 14*