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einer reizenden, geſegneten Gegend am Fuße des Atlas ein ſchönes Sommerſchloß und Gärten beſitzt. Die Sorge für die letzteren wurde mir, da ich einige Kenntniß in der Garten⸗ kunſt beſaß, anvertraut. Mein Loos war, was das äußere Le⸗ ben anlangte, erträglich. Aber in dieſen funfzehn Jahren habe ich keinen Laut meiner Mutterſprache gehört, keine Nachricht vom Vaterlande, von Weib und Kind gehabt, nicht einmal einen Landsmann geſehen. Der Gram, die unendliche Sehn⸗ ſucht verzehrte mein Leben; aber doch hielt die Hoffnung mich aufrecht. Mein alter Herr ſtarb, Abukan beerbte ihn; alles Uebrige blieb beim Alten. Ich hatte Gelegenheit, mir Man⸗ cherlei zu erwerben; vom erſten Tage an ſparte ich ſorgſam, um mich loskaufen oder vielleicht dereinſt entfliehen zu kön⸗ nen. Die Hoffnung zu dem Erſten wurde mir bald genom⸗ men, denn Abukan wollte mich nicht eutbehren, da er mit meinen Dienſtleiſtungen zufrieden war. Mit unabläſſiger Thätigkeit verfolgte ich daher den zweiten Plan, den der Flucht. Mein Erſpartes hatte ich ſorgfältig im Garten vergraben; dieſe verſtellende Kleidung habe ich mir nach und nach im Zeitraum von mehren Jahren zu erwerben gewußt. Nur nach Algier wollte ich zu gelangen ſuchen, um von dort, durch einen der europäiſchen Conſuln beſchützt, auf ein Schiff zu gehen. Nur eine kleine Tagereiſe trennte
mmich von dem heißeſten Ziel meiner Wünſche und doch war es mir funfzehn Jahre lang unmöglich, es zu erreichen.
Endlich kam die Nachricht von dem Kriege der Franzoſen gegen Algier nach Belida; es war unzweifelhaft, daß ſie gelandet waren. Jetzt oder niemals mußte mein Plan ge⸗ lingen. Ich ſpannte die äußerſten Kräfte an, trotzte allen Gefahren, entkam glücklich zur Nachtzeit aus dem Palaſt, ein Maulthier hatte ich ſchon zuvor in das Feld zu ſchaffen gewußt, ich fing es jetzt ein, ſetzte mich auf und nahm


