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volles Jagdkleid, einen Helm und einen Speer in der dand. Auch auf des Grafen Naubzügen, wenn er Kauf⸗ nute fing und Ritter niederſchlug und beraubte, würde Wall⸗
haide ihm gern gefolgt ſein, aber das duldete er nicht, ſon⸗
dern alsdann mußte ſie in der Schwarzburg herrſchen und das Schloß verwalten. Die Diener und Mägde zitterten vor ihr, denn ſie kannte kein Mitleid noch Erbarmen, und den geringſten Fehl beſtrafte ſie fürchterlich. Im Schloßhofe war ein nicht mehr benutzter, tiefer, ſchauerlicher Brunnen, bei dem man langſam bis zwölf zählen konnte, bevor man einen hinabgeworfenen Stein im Waſſer plätſchern hörte; in dieſen hatte ſie ſchon viele Mägde und Knechte hinabſtürzen laſſen, nur weil ſie Morgens die Zeit verſchlafen, oder ſonſt ein ähnliches kleines Verſehen begangen hatten. Und wenn der Vater Gefangene mit heimbrachte, ſo mußten alle Jüng⸗ linge vor ſie geführt werden, und ſie ſtieß ſie oft mit ihrem eigenen Dolche nieder. Längſt wäre ſie daher gewiß von der empörten Dienerſchaft ermordet worden, aber es lag ein Zauber in ihrer Schönheit, daß Keins zu athmen wagte in ihrer Nähe, und die Verurtheilten und Gemarterten ſelbſt es nicht vermocht hätten, ſich durch die Ermordung der Herrin zu retten. Es ging auch ein Gerücht im Volke um, daß ihre Schönheit durch Zaubermittel erhalten werde; denn ſo manches Jahr hindurch kannte man ſie ſchon und ſie blieb immer gleich jugendlich und reizend. Blendend weiß, wie der edelſte Marmelſtein, waren ihre Arme und ihr Nacken; auf den Wangen blühte das zarteſte Roth, das Haar wallte ihr in dunkeln Ringellocken lang unter dem Helm hinab und die Augen glühten wie ſchwarze Edelſteine, die Lippen wie Granatäpfel. Man erzählte ſich leiſe, ſie wüſche ſich mit dem Blute der ermordeten Jünglinge, das erhalte ſie jung, und jährlich ſieben Mal trinke ſie das Herzblut


