Teil eines Werkes 
5. Band (1843) Sagen und romantische Erzählungen / von Ludwig Rellstab
Entstehung
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wir uns wol noch einmal. Bis dahin Ihr gehorſamſter Diener! So trat er aus dem Salon und ich wußte nicht, wo er im Finſtern geblieben war. Ganz wüſt und erhitzt machte ich einen Mondſcheinſpa⸗ ziergang durch's Thal. Nach zwei Stunden kehrte ich zurück und fand im Gaſtzimmer den jungen Theologen mit einem alten Herrn ſchon bei der dritten Flaſche Champagner. Ei, ei! dachte ich. Indem ich hinter den Trinkenden mei⸗ nen Hut auf's Fenſter ſtellte, hörte ich nur die halblaute Frage:Alſo glauben Sie wirklich, daß ſie mir folgte? Ha, ha, ha! lachte der Alte.Wenn Sie zweifeln, können Sie noch zwanzig Louisd'or an mich verwetten! Schenken Sie ihr noch ein Glas Champagner ein. Ich horchte auf. Das ſehr artige Stubenmädchen trat gleich darauf ein und brachte den Herren Deſſert. Der junge Student ſtreichelte ihr Arm und Hand und bot ihr ein Glas Champagner an. Sie nahm es und dankte. Er wurde zärtlicher, ſie wand ſich ſcheinbar ſträubend und ver⸗ ſchämt los. Ha! dachte ich,ſo raſch ſollſt Du Recht haben,

Mephiſto? Ich ging zu Bett, blieb aber wachſam. Bis zehn Uhr war Geräuſch im Hauſe; dann wurde Alles ſtill. Es ſchlug * eilf Uhr. Ich hörte leiſe Schritte auf dem Corridor; vor⸗ ſichtig öffnete ich meine nur angelehnte Thür. Es war der Student, tief in ſeinen Mantel gewickelt. Ich weiß nicht, wohin er ſchlich, doch faßte ich Poſten hinter einem Pfeiler. Nach wenigen Minuten raſchelt's auf der Treppe; ich ſchleiche näher. Der Student führt eine gleichfalls in den Mantel gehüllte weibliche Geſtalt, zärtlich mit umſchlungenem Arm

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