Teil eines Werkes 
5. Band (1843) Sagen und romantische Erzählungen / von Ludwig Rellstab
Entstehung
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zum Hauſe hinaus, eine Menge Leute raſch hinter ihm her! Der Banquier ſchlug mit dem Stock auf die Rouletteſcheibe, daß ſie in Stücken ſprang, blies die Lichter aus, drückte ſich den Hut auf den Kopf und ſtürzte ebenfalls fort. Gelächter ſchallte ihm nach, furchtbares, höhniſches Gelächter, in dem der Ton der Rache zu hören war, der Rache aller Derjeni⸗ gen, denen er das Mark ausgeſaugt hatte. Mir lief es eis⸗ kalt über den Rücken. Mein bekannter Fremder aber ſprach zu mir:Sie ſind doch noch ein Schüler! Daß ich Sie ſo plump nicht fangen konnte und wollte, konnten Sie doch wohl merken; es war mir ja nur um den blonden Theolo⸗ gen. Aber greift man denn da an, wo man ſiegen will? Noch bin ich doch etwas klüger, als ihr Herren Poeten und

Recenſenten! Nun, was uns anlangt, wir bleiben gute G Freunde, nur vergeſſen Sie mich nicht in Ihren Memoiren. 3

Und der junge Menſch? fragte ich neugierig und voll Theilnahme.

Er hat heut Vormittag in einer Dorfkirche nicht weit von hier gepredigt; ich ging an der Kirche vorbei, hörte ei⸗ nen Augenblick zu und lächelte über ſeine frommen neun⸗ zehnjährigen Geſinnungen. Nachmittag kam er durch Alexis⸗ 1 bad und ging hier an meinem Salon vorbei. Ich pfiff ihn. herein. Er hatte gerade ſein bischen ſilbernes Reiſegeld verſpielt, als Sie kamen; da wagte er den letzten Louisd'or auf Nr. 13, und nun iſt er durch mich ein reicher Mann. Durch mich; denn laut Contract muß ich dem Gauner von Banquier doch über kurz oder lang Alles doppelt erſetzen; aber geben Sie Acht, wie der Handel mir wuchern wird. Ich wette, der junge Menſch predigt niemals mehr! Sie werden noch von ihm erfahren. Doch gute Nacht! Die Bank iſt geſprengt, in Alexisbad nichts mehr für mich zu thun. Kommen Sie nach Leipzig auf die Meſſe, ſo ſehen