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bunte Dörfer, Kirchthürme ſind ſichtbar. Weiterhin zieht ſich der tiefblaue Kranz fernerer Höhen und Wälder um das friſche, grüne Eiland in der Mitte. Alle Harzausſichten haben etwas Großartiges; dieſe mehr als andere, weil ſie eintöniger iſt. Die Wüſte, das Meer, ja der Himmel ſelbſt, ſind auch eintönig; aber dieſe mächtige, ununterbrochene Un⸗ ermeßlichkeit bewirkt den Eindruck des Erhabenen. Ähnlich iſt es mit dieſen weiten Waldgehegen, die ſich thalauf, thal⸗ ein ausdehnen und in denen man die unterbrechenden Punkte der Häuſer, Thürme, Flecken aufſuchen muß, weil ſie ſich, wie Segel auf der weiten See, verlieren. über Alles prachtvoll aber iſt das Spiel des Lichts auf dieſen Wald⸗ gebirgen, der Schatten des Gewölks, die fliegenden Blitze der Sonnenblicke; jetzt weiden ſich Auge und Herz an dem hellſten, ſaftigſten Maigrün; dann ſtreift plötzlich der nächt⸗ liche Flügel einer finſtern Wolke darüber hin und die Schauer des wilden, düſtern Forſtes rühren uns an.
Liebe Joſephshöhe! Du haſt einen chriſtlichen Namen, aber doch noch ein heidniſches Antlitz. Die wildgewachſene Freiheit kühner Urväter blickt uns in Dir weit lebendiger an, als die fromme Demuth chriſtlicher Prieſter und die Schmiegſamkeit eines zahmen Menſchengeſchlechts, deſſen gan⸗ zes Leben, ja deſſen von Großvätern zu Enkeln durchlau⸗ fendes Stichwort und Parole„gehorſamſter Diener“ heißt. Ich komme hier auf Betrachtungen— hol's der Henker,— ich will nicht darauf kommen! Soll ich mich hängen laſſen, weil die große Menſchheitsheerde aus Schafen und Eſeln beſteht? Viel lieber nenne ich ſie ſelbſt ſo, oder fange einen Zank mit dem Wirthe der Joſephshöhe an, daß man nicht einmal dort übernachten kann. Ein Frühſtück, theuerſter Wirth, allenfalls ſo gut wie ein zähes Rebhuhn, ſchleppt ein Reiſender wol ſelbſt noch den Berg hinauf und ver⸗


