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Das Feuer war faſt verglimmt, die Wanduhr tönte einförmig, der Wald draußen rauſchte. Nanny ſah mich mit ihren blauen Augen groß an, als wollte ſie fragen: „Nun, was meinſt Du zu dem Märchen?“ Ich ſtrich ihr das blonde Haar zurück und küßte ſie auf die weiße Stirn. „Und weißt Du noch mehr ſolche Sagen, Kind?“„O viele, viele, wol hundert,“ rief ſie aus,„und in jedem Winter höre ich neue.“
„Du haſt mir aber doch wol die allerſchönſte erzählt?“
„Ei, bei weitem nicht!“
„So, und weshalb denn nicht?“ fragte ich, mich böſe ſtellend.
‚Nun, wenn Ihr nun eine zweite hättet hören wollen,“ erwiderte das Kind,„ſo hätte ich ja dann eine ſchlechtere erzählen müſſen.“
„Sieh, ſieh, das kluge Kätzchen! Ordentliche Autor⸗ pfiffe kennt ſie! Nun, Du ſollſt den ſchönſten Dank haben, Nanny! Möchteſt Du dieſen Ring wol tragen?“
Sie blickte ihn mit den hellen Augen freudig ſtaunend an, als ich im Widerſchein des Feuers ſeine Farben vor ihr ſpielen ließ.„Ach, das iſt ein ſchöner Stein! Der iſt auch gewiß tief aus den Bergen gegraben!“
„Ja wohl, Nanny, jetzt ſoll er aber auf Deiner Hand blitzen; es iſt ein Granatſtein!“
Ihr Auge blitzte noch heller auf; ſie wollte freudig da⸗ vonſpringen, doch ich hielt ſie feſt und ſprach:„Du mußt mir aber noch einen Kuß geben und noch ein Märchen er⸗ zählen.“
„O zehn, wenn Ihr wollt,“ rief ſie und flog mir fröh⸗ lich an den Hals; dann aber ſprang ſie hinüber zu den Altern, um ihnen das köſtliche Kleinod zu zeigen— einen ſilbernen Ring, den ich in Halberſtadt für acht Groſchen


