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Dreimal harr' ich ſieben Jahr! Wachſe Kraͤutlein wunderbar, Bluͤhe goldig, ſternenklar, Funkle in der Nixe Haar. Dreimal harr' ich ſieben Jahr!
Da ſchien es ihm, als wachſe die Blume nach den leiſe ge⸗ ſprochenen Worten; ſie erhob ſich höher und höher, entfal⸗ tete ſich reicher und reicher, und es ging ein ſtrahlender Glanz von ihr aus, der rings umher Alles umfloß.
Jetzt ſtieg es wie perlende Silberquellen auf, jetzt wehte es wie lichte Flügel, es wallte auf und ab, war bald Blume, bald Springquell, bald verwehender Hauch oder Nebel. Endlich ſchimmerte es wie blitzendes Silber aus den Lichtwellen herauf, die leiſe herunter zu fließen ſchienen, die Nebel geſtalteten ſich und mit Staunen ſah Robert eine wunderholde Frauengeſtalt von Silberſchleiern umwebt, mit dunkel herabfließendem, lockigem Haar, in dem ein Kranz von leuchtenden Blüthen ſtrahlte, heranſchreiten, die ihn mit holdem Blicke begrüßte.
Verſchwunden war alles Grauſen, nur eine ſüße Be⸗ klemmung erfüllte ihm die Bruſt. Er ſank in die Kniee und erhob ſtaunend das Auge zu dem wunderholden Weſen. Sie aber reichte ihm die Hand dar, und als er ſie berührte, als er die Lippen darauf drückte, durchſchauerte es ihn mit un- geahneten Wonnen. Sie ſprach, aber es waren nicht Worte, es waren Töne des Himmels, die er verſtand, ohne ſie zu kennen, die ſeine Bruſt wie eigne Gedanken aufnahm. Sie zog ihn ſanft näher, legte den Arm um ihn, eine ſelige Berauſchung umfing ſeine Sinne, er folgte der Wunderba⸗ ren, die ihm unwiderſtehlich winkte.
Da ſtand er plötzlich mit ihr am jähen Felſenrand; unter ihm klüftete ſich der Abgrund in unergründlicher,


