Teil eines Werkes 
5. Band (1843) Sagen und romantische Erzählungen / von Ludwig Rellstab
Entstehung
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was eilſt Du ſo, höre mich doch,— halt an— ich ver⸗ mag nicht mehr,— ich ſinke zuſammen.“

Er kämpfte ſich weiter; als mußte er einen ſteilrechten Fels hinan, ſo arbeitete er mühevoll, und kam doch kaum von der Stelle. Jetzt ſchlug es drunten im Dorfe Mitter⸗ nacht und er ſtand wie eingewurzelt am Boden feſt. Da fühlte er ſich von hinten durch ſanfte Arme ergriffen;„Ro⸗ bert,“ rief ſeine Gertrud,„mein Robert, biſt Du es— ach,— ich kann nicht weiter!“ und ſo that ſie einen Schrei und ſank hinter ihm zu Boden. Jetzt hielt er ſich nicht mehr, er wollte ſich zurückwenden, um die Unglückliche em⸗ porzuheben, da ſtand plötzlich der alte Bergmann rieſengroß vor ihm, mit ingrimmigem Antlitz und erhob drohend eine ungeheure Fauſt. Robert entſetzte ſich, daß er in die Kniee ſank und das Antlitz mit beiden Händen bedeckte. Alles um ihn her ſchien ſich zu drehen und zu wanken, wie bei einem Erdbeben. Die Schläge der Mitternachtsſtunde donnerten furchtbar darein; jedoch mit dem letzten Schlage war Alles ſtill, die Hände ſanken ihm von den Augen, er fand ſich im Graſe liegend, und vor ihm im niedern Gebüſche leuch⸗ tete ein ſilberklarer Stern, als wäre eine Flocke des Mon⸗ des im Laube hängen geblieben. Der Schimmer glänzte ihn lieblich an, die Angſt wich von ihm, ſeine Bruſt hob ſich leichter, er neigte ſich vorwärts. Da gedachte er auch des Spruches, den ihn der Alte gelehrt und der ihm bisher ganz aus dem Sinne gekommen war. Er fürchtete, ihn in der Betäubung völlig vergeſſen zu haben, doch, als flüſtere ihn ihm Jemand in's Ohr, fand ſein Gedächtniß ihn plötz⸗ lich ganz wieder. Eingedenk der Lehre des Bergmanns, ſprach er, gegen die Erde und das wunderbare Licht ge⸗ beugt, leiſe vor ſich hin:

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