Teil eines Werkes 
5. Band (1843) Sagen und romantische Erzählungen / von Ludwig Rellstab
Entstehung
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Es war kein Stern, dem er gefolgt war, ſondern ein an⸗ deres Licht. Sollte es ein Irrlicht ſein, das ihn in die Sümpfe führte? Wahrſcheinlich, jetzt ſah er zwei Licht⸗ pünktchen, jetzt drei, noch mehrere— es waren Leucht⸗ würmchen! Alſo traf des Alten Wort zu. Ein Schimmer von Hoffnung zuckte durch ſeine Bruſt; es wurde ihm leich⸗ ter, er ſtand ſtill, die Leuchtwürmchen ließen ſich auf das Gras nieder. Nun hörte er auch kein Geräuſch mehr hinter ſich; er mußte ſich zuvor, durch das Grauen aufgeregt, ge⸗ täuſcht haben. Da war es ihm plötzlich, als vernehme er den angſtvollen Nuf einer weiblichen Stimme fern hinter ſich aus dem Walde her. Er lauſchte,— wahrlich, er täuſchte ſich nicht,— noch einmal,— wiederum,— er kannte die Stimme,— ſeine Sinne bebten,— ein leichter Windhauch trug ihm jetzt den Schall deutlicher zu,— es war Gertrud, welche rief, er hörte ſeinen Namen! Haſtig wollte er umwenden, doch in demſelben Augenblick hörte er hinter ſich wieder das ſchwere Athmen und ein kaltes Grau⸗ ſen lief ihm über den Rücken. Er dachte an ſeinen Schwur, an des Alten Drohung, die Leuchtwürmchen im Graſe vor ihm flogen auf, als winkten ſie ihm, zu folgen,— er drang weiter vor. Da hörte er Gertruds Stimme näher und be⸗ ſtimmter:„Robert! Robert! wo biſt Du?“ rief ſie ihm nach. Ihm war zu Muthe, als packe es ihn bei den Haa⸗ ren, um ihm das Haupt zurückzudrehen, doch er preßte beide Hände dagegen und ſtürzte ſich gewaltſam vorwärts. Aber es ſchien ihm, als wurzle ſein Fuß am Boden, er vermochte die Kniee kaum zu heben, als hingen ſchwere Ge⸗ wichte an ſeinen Gliedern Keuchend, in Angſtſchweiß ge⸗ badet, drang er vorwärts. Gertrud hinter ihm kam immer näher; ſie mußte ihn jetzt ſehen, denn ſie rief:„Robert,