Teil eines Werkes 
5. Band (1843) Sagen und romantische Erzählungen / von Ludwig Rellstab
Entstehung
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„Nein, nein,“ entgegnete Robert.„Die Nacht iſt finſter,

da kommen böſe Träume. Ich ſelbſt träume oft wildes, ver⸗

worrenes Zeug;— erzähle nichts, es könnte uns Beiden die Nacht ſtören!“

Sie ſchwieg betrübt. Doch ſetzte er ſich mit ihr auf die Bank vor das Haus und ſchlang den Arm um ſie und drückte und herzte ſie liebreich. Da wurde ihr ſüß und bang zugleich um's Herz und ſie mußte unaufhörlich weinen. End⸗ lich war es ganz finſter. Da drückte Robert noch einen Kuß auf ihren Mund und ſprach:„Nun lebe wohl, Gertrud, und denke an mich dieſe Nacht.“ So riß er ſich los und eilte dem Walde zu; Gertrud rief ihm noch nach, doch er hörte nicht und wandte ſein Geſicht nicht mehr zurück. Trau⸗ rig ging die arme Gertrud zu Bett; aber ſchlafen konnte ſie nicht; wilde Träume ängſtigten ſie: ſie ſah Robert bald im Walde von einem grimmigen Wolfe verfolgt, bald auf der höchſten Felſenſpitze, wo er am Abgrund kletterte, aus⸗ glitt und ſtürzte. Verſtört fuhr ſie auf aus ihrem Halb⸗ ſchlummer und rief: Robert! Robert! Da war es ihr ganz deutlich, als höre ſie ſeine Stimme:„Gertrud, Gertrud, komm und hilf mir!“ Und eine unerträgliche Angſt kam über ſie. Sie mußte auf vom Lager, ſie kleidete ſich an, doch ihre Angſt wuchs mit jedem Augenblicke. Ganz ver⸗ ſtört eilte ſie vor die Hütte, da ſie glaubte, Robert riefe draußen; allein es war ſtill und finſter und nur der Wind zog durch die Bäume und der Waldbach rauſchte. Da war es wieder, als höre ſie ſeine Stimme matt und verklingend aus dem Walde um Hülfe rufen. Sie eilte dem Schalle nach; doch ſie fand Niemand und ſo neckte und zog es ſie immer tiefer in den Wald hinein.

Robert war vor Mitternacht auf dem beſtimmten Fleck

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