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hatte mich mit den ſüßeſten Banden der Liebe an ſich ge⸗ zogen. Lockte mich ſonſt das ahnungsreiche Geheimniß des rauſchenden Waldes, ſo war mir jetzt ſein ſchönſtes Kleinod kund und eigen geworden. Wir durchſtrichen zuſammen die ſchattigen Laubgänge, bald der Jagdluſt genießend, bald auf den Geſang der Vögel lauſchend, oder uns an dem wun⸗ derbaren, ewigen Rauſchen der Wipfel, der Waſſer und der Winde ergötzend. Denn Waldhulde, die Meiſterin vieler verborgener Kräfte, wußte die Wipfel der Bäume melodiſch tönen zu laſſen, ſie ſchärfte mein Ohr für den Klang der unterirdiſch ſtrömenden Waſſer, und mitten in dieſem Meer wunderbar dahin brauſender Harmonien ſchwebte ſie ſelbſt mit ihrer himmliſch bezaubernden Stimme, in welcher alle Seligkeit der Liebe, alle Tiefe und Innigkeit der heiligſten Empfindungen verborgen war. Oft ſang ſie mir das Lied, womit ſie mich ſo unpiderſtehlich, nach der Inſel hinüber⸗ gezogen hatte, und dies ergriff mich noch immer mächtiger als alle andere, weil es ihr, nach ihrem eignen, ſüßver⸗ ſchämten Geſtändniß, die Liebe eingegeben hatte. So ver⸗ einigte ſich in ihr die holdeſte, liebende Weiblichkeit mit der geheimen Macht eines höher begabten Weſens. Aber alle ihre Zauberkünſte zerbrachen vor der größern Gewalt der Liebe. Durch zauberiſche Mittel hätte ſie mich leicht für ewig feſſeln können; nur durch die Liebe wollte ſie es; da⸗ her entdeckte ſie mir ohne Hehl, wie weit ihre geheimen Kräfte ſich erſtreckten. So erfuhr ich, daß ſie zwar ſterblich ſei, aber durch frühen Gebrauch wunderkräftiger Tränke ihr Leben bis auf die Dauer dreier Menſchenalter verlängert habe. Alsdann verſchwinde die Kraft ihrer Zaubermittel, und ſie ſinke in eine Mattigkeit, die in ſanften Schlummer übergehe, aus dem ſie nie wieder erwache. Keine andere Ge⸗ walt vermöge ihr das Leben zu rauben, keine Wunde ſei ihr


