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der, zwiſchen dunklem Gebüſch gelegen, den Quell auffängt und ihn reicher weiter ſtrömt. Er iſt wie ein Spiegel des Himmels, rein und blau. Die ſchönen Geſtalten treten mit verſchlungenen Armen an den Nand des Ufers und blicken hinab, um ihr verklärtes Bild in den ruhigen Wel⸗ len lächelnd zu betrachten. Als Bernhard ſich herüberbeugt,
fällt ein Pfeil aus ſeinem Köcher in den Weiher; die Welle
kräuſelt ſich, Hildegards Bild verwiſcht ſich und der Pfeil fährt mitten hindurch! Ihr lächelt Beide!„Sieh, Dein Pfeil durchdrang mir das Herz,“ ſprach Hildegard lächelnd.„Auch ich bin tief verwundet von Dir,“ entgegnete Bernhard, „aber die Wunde würde erſt dann ſchmerzen, wenn Du den Pfeil herausziehen wollteſt. Laß ihn mir ewig im Herzen, ſowie jener in den Fluten dieſes Weihers begraben iſt.“ Sie umarmten einander und blickten dann wieder hinab in den Weiher, aber ihr Bild war verſchwunden, denn der fallende Pfeil hatte den ſumpfigen Grund aufgerührt, und an der Stelle, wo die beiden liebenden Geſtalten aus der Tiefe heraufgelächelt hatten, war jetzt eine trübe Wolke getreten. Da wandelten ſie weiter, aber der Pfad führte abwärts vom Waſſer, und ſie haben ſich nie wie⸗ der umarmend in dieſen Wellen geſpiegelt! Die Sonne beginnt zu ſinken; Bernhard, dein Vater harrt, und Hilde⸗ gard, deine Mutter weint! Als ſie ſich nun trennen muß⸗ ten, hielten ſie ſich noch einmal lange und inbrünſtig um⸗ ſchlungen. Schon hatten ſie Abſchied genommen, da wandte ſich Hildegard um und rief:„Noch einmal umarme mich, mein Bernhard, mir wird ſo bang!“ Sie hielten ſich um⸗ ſchloſſen, Thränen ſtürzten auf Hildegards Buſen herab, ver⸗ geblich bemühte Bernhard ſich, ſie zu tröſten. Sie weinte nur heftiger und riß ſich endlich in Thränen los.„Morgen mit dem Strahl der Sonne!“ rief ihr Bernhard nach und ſtürzte fort.


