Teil eines Werkes 
5. Band (1843) Sagen und romantische Erzählungen / von Ludwig Rellstab
Entstehung
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Buſen nieder.Holdes, boſes Mädchen, rief endlich Bern⸗

hard, der ſie lange mit ſtummem Entzücken betrachtet hatte, wie konnteſt Du es wagen, bei nächtlicher Weile allein durch den Wald zu ſtreifen, wo Dir tauſend Gefahren drohen? Mich trieb, ſprach ſie leiſe und erröthend,eine unwider⸗ ſtehliche Sehnſucht hierher; ich mußte die Stätte aufſuchen, wo ich mit Dir ſo glücklich geweſen war. Komm nun, laß uns an den Brunnen, er iſt wenige Schritte von hier. Mit liebender Freundlichkeit zog ſie ihn fort. Als der Quell ſchon näher bei ihnen flüſterte, ſprang ſie fröhlich voraus und bog die Zweige auseinander, damit die Morgenſonne heller hindurchblicken könnte.Hier iſt meine Wohnung, ſprach ſie,hier muß ich Dich empfangen. Und ſie lud ihn mit liebendem Auge, in dem noch Thränen des Ent⸗ zückens ſtanden, auf die weiche Moosbank. Dort ſaßen Beide im Glühen der Morgenſonne; die Vögel jubelten, der Bach rauſchte hell, die Blumen dufteten rings umher; die ganze Natur ſchien das Feſt der jungen Liebe, die das holde Paar vereinigte, weihend zu ſchmücken.

O genießet! Die Flügel ſeliger Stunden weilen nicht! Wenn ihr weißes Taubengefieder noch im Sonnenſtrahl glänzt, ſtürmt ſchon der ſchwarze Raubvogel des Geſchicks heran, der die Sonne mit düſter ausgeſpanntem Fittig deckt und ſchwere Schatten auf die lichten Stätten der Erde wirft!

O ihr Glückſeligen, wie füllt es meine Bruſt mit Kla⸗ gen, daß ich ſchon den ſchwarzen Waldſtrom brauſen Pr⸗ der den klaren Quell eurer Freuden mit Felsſtücken ver⸗ ſchütten, euch ſelbſt in den Abgrund reißen wird! Hildegard

pflückt wilde Roſen und ſchmückt ihrem Bernhard das

Jagdbarett damit. Ein Dorn verletzt die zarte Hand, und Bernhard ſaugt das ſüße Purpurblut entzückt aus der

Wunde. Seht, jetzt wandeln ſie am Weiher auf und nieder,

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