Teil eines Werkes 
5. Band (1843) Sagen und romantische Erzählungen / von Ludwig Rellstab
Entstehung
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gang heimzukehren, denn ich will im traulichen Abendgeſpräch Dir etwas ſehr Wichtiges entdecken. Gute Nacht.

Fünktes Capitel.

Vater und Sohn ſchieden, um zur Ruhe zu gehen, deren Keiner genoß; der Greis, weil ihn die Erinnerung vergangener Tage überwältigend beſtürmte, der Jüngling, weil ihn die Seligkeit der Gegenwart überdrängte. Als daher der Mond ſtüll über die ſchwarzen Berge heraufkam, hinter denen die Liebſte wohnte, ſo war es ihm, als ſchwebe ihr Bild auf ſeinen Strahlen und blicke grüßend und win⸗ kend herab. Er trat auf den Altan hinaus. Die Nacht war lau, doch zogen die Lüfte kühl und ſtreiften über die ſilbergrauen Wellen des Fluſſes, der aus dem dunkeln Wald⸗ thal licht hervorrauſchte. Nach dem Brunnen zu, an dem Bernhard ſein Glück gefunden, lagen leichte Nebelſchleier auf den Bergen, und bisweilen ſchien es ihm ſogar, als drängen einzelne Töne durch die Nacht herüber. Dies Alles erweckte dem Liebenden eine ſo unbezwingliche Sehnſucht, in der Stille der Nacht dahinzuwandeln, wo er am Tage ſo glücklich geweſen war, auch zog es ihn ſo mächtig mit geheimnißvollem Drang, der wunderbaren Waldfrau zu be⸗ gegnen, daß er ſein Jagdgeräth ergriff und aufbrach. Er klimmte den Berg hinan und folgte dem Pfad waldeinwärts. Unter dem Dunkel der lispelnden Bäume war es anmuthig⸗ kühl; der Mond äugelte verſtohlen durch die zitternden Wi⸗ pfel, die Bächlein rauſchten munter ins Thal hinab. Oft glaubte Bernhard eine leichtſchwebende weiße Geſtalt vor