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doch wird mir immer gar ſo wehmüthig dabei, als ſollte es mir ein Unglück bedeuten. Auch habe ich bemerkt, daß meine Mutter allemal an ſolchen Tagen um dieſelbe Stunde eine beſondere Angſt um mich empfunden hat, von der ſie mir nachher erzählt, ohne irgend zu wiſſen, was mir begegnet iſt. Denn, ich weiß nicht warum, aber eine bange Scheu hat mich immer gehindert, von der ſchönen Frau im Walde zu reden, und Du biſt der Einzige, dem ich davon geſagt. Doch lebe nun wohl, ich will hinauf zu unſerer Klauſe, damit die Mutter ſich nicht länger ängſtigen möge.“ Sie reichte Bernhard die Hand zum Abſchiede; er drückte und hielt ſie, ſah dem erröthenden Mädchen lange ins Auge und fragte:„Wie heißeſt Du, Liebe?“„Hildegard,“ ſprach ſie leiſe.„Und ſchon willſt Du mich verlaſſen, Hildegard?“ Sie ſtand ſtumm mit niedergeſchlagenen Augen; endlich er⸗ widerte ſie kaum hinhauchend:„Ich komme morgen wieder.“ Darauf wandte ſie ſich um und ſchwebte leichten Schritts durch die Büſche den Felspfad hinauf.
Bernhard wollte ihr nach und rief:„Hildegard, darf ich Dich nicht geleiten?“ 1
Sie aber winkte verſagend mit der Hand und flüſterte noch einmal:„Lebe wohl!“
Viertes Capitel.
Lange blickte Bernhard dem durch das Laub ſchimmern⸗ den Gewande nach, das ihm nur zu ſchnell gänzlich ver⸗ ſchwand. Dann warf er ſich noch einmal auf die Moos⸗ bank nieder und ſah in den hohen Himmel unruhig und
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