Teil eines Werkes 
5. Band (1843) Sagen und romantische Erzählungen / von Ludwig Rellstab
Entstehung
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Feuer, aber auch eben ſo weich. Und wenn es ihn mit muthiger Luſt durchdrang, dem hungernden, blutgierigen Wolf die Bahn zu ſperren und ihn mit dem nie fehlenden Pfeil zu erlegen oder den ſchnaubenden Auerſtier mit geſchwungenem Speer entgegen⸗ zutreten, ſo konnte er dagegen auch an lauen Frühlingstagen oder einem wehmüthigen Herbſtnachmittage weich träumend unter den hohen Bäumen liegen und ſich von einem Gefühl ergreifen laſſen, das ihm eben ſo unerklärlich war, als es ihn ſanft⸗ ſchmerzlich beglückte. So waren auch ſeine Erzählungen. Bald fachte er den glimmenden Funken des Muths in der Bruſt ſeines Vaters zur innerlichlodernden Glut an, wenn er den gefährlichen Kampf mit einem Eber oder Wolf be⸗ ſchrieb;z bald erweckte er in dem Greiſe die Erinnerung eigner Jugend und aller Sehnſucht und Wonne, deren ein reines Gemüth fähig iſt, dadurch, daß er, fragend und erzählend, von dem Vater zu erforſchen ſuchte, was ihn denn eigentlich mit unbekannten zauberiſchen Banden hinüber oder in die endloſe Weite zöge, wenn er unter einer hohen Eiche auf dem Raſen liege und durch die goldhellen, lispelnden Blätter hinauf in den tiefblauen Himmel blicke.Dann, ſagte er,rauſcht es geheimnißvoll in den Kronen der Bäume, die rothen Sonnenſtrahlen ſchimmern weit durch den Wald, daß Alles wie in einem glühenden Nebel ſchwimmt und die Vögel flattern und ſingen und der Neckar brauſt und mir wird das Herz ſo voll! Endlich ſinkt die Sonne, Alles wird ſtill und grau, und ich gehe, träumend von wun⸗ derbaren Geſtalten und Abenteuern, nach der Burg zurück. Trete ich nun in die Halle und ſehe das Feuer des Ka⸗ mins und Euch, mein Vater, ſo wird mir, als kehrte ich von einer weiten, vergeblichen Reiſe verarmt heim. Der Vater bekämpfte ſchwer, was er ſelbſt erinnernd fühlte, und entgegnete dem Sohne nur, das ſei die Luſt nach