Teil eines Werkes 
4. Band, 1812 : ein historischer Roman : 4. Theil (1843)
Entstehung
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Er warf bei dieſen letzten Worten einen bedeutſamen Blick auf Marien, den dieſe nur zu wohl verſtand.

Sie, fuhr er zu ihr gewendet fort,habe ich als eine ſolche Tochter des Vaterlandes kennen gelernt, daß ich 4 es, lächeln Sie nur, für eine heilbedeutende Fügung des Himmels hielt, Sie gerade in dieſem Augenblick unvermu⸗ thet wiederzufinden, wo ich Ihnen eine ſolche Botſchaft brin⸗ gen konnte.

O nehmen Sie meinen innigſten Dank, erwiderte Marie gerührt, und ein lichter Freudenglanz verklärte ihr Auge.Welch eine Morgenröthe laſſen Ihre Worte an dem düſtern Himmel unſeres Vaterlandes anbrechen!

Und eine herrliche Sonne wird ſchimmernd aufgehen, rief Ludwig begeiſtert aus.ZJetzt, jetzt erſt kommen die 4 5* Tage, wo ich frei und glücklich athme! Selbſt meine Liebe blüht erſt voll und duftend in dieſem neuen Licht! O 1 Bianca, bisher warſt du eine Blüthe, deren Duft eine ſüße Frühlingsahnung in einen dunklen, beängſtigenden Kerker trug. Jetzt trifft uns der zitternde Morgenſtrahl! Er fällt

auf mein Herz wie auf Memnons Saͤule, daß es von wun⸗ derbaren Himmelsklängen tönt. Friſche Lüfte umſpielen Bruſt und Scheitel der ſchwere Vorhang des Gewölkes zerreißt, 1 und im Morgenglanz der Freiheit liegt die reiche Frühlings⸗ 4 flur, ſtrahlend in der Perlenfülle des klarſten Himmelsthaues! O Bianca, welche Tage brechen für uns an! 4 Bernhard hatte ernſt, aber tief durchglüht und erwärmt*

Arnheims Botſchaft vernommen.Ich trete in die Reihen der Kämpfer, ſprach er mit unwiderruflicher Entſchloſſenheit und reichte Arnheim die Hand.

Und ich fechte an Deiner Seite, rief Ludwig feurig. Jetzt werden wir erſt erfahren, mit welchem Gefühl ein Mann die Donner der Schlacht um ſich rollen hört! O! 8