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ein wildes Gebrauſe von Stimmen erhob ſich. Bernhard
ſprang ans Fenſter.
„Die Stadt muß umgangen ſein,“ rief er;„das ſind Koſacken, die hier hereinſprengen.“
In der That drang eine Abtheilung Koſacken in das Thor und griff eine kleine Schar von Franzoſen, die eben durch daſſelbe den Ausgang aus der Stadt ſuchten, an. Doch dieſe ſetzten ſich, obwol auseinandergeſprengt, entſchloſ⸗ ſen zur Wehr, und ſo wurde der Raum unmittelbar vor dem Haufe zum Kampfplatze zwiſchen Einzelnen.
„Zieht Euch zurück in die Gemächer nach dem Hofe,“
bat Ludwig die Frauen;„wie leicht könnten hier Kugeln
hereinſchlagen.“
„So darfſt auch Du hier nicht weilen,“ erwiderte Bianca;
„wo Du bleibſt, bleiben auch wir.“ „Heiliger Gott, ich ſehe Raſinski,“ rief Bernhard plötz⸗ lich, und gleich darauf ertönte eine ſtarke Musketenſalve. Alle, ſelbſt Lodoiska, eilten auf Bernhards Ruf den Fen⸗ ſtern zu.„Wo?“ fragte die Gräfin.„Wo iſt mein Bruder?“ „Dort, wo die geſchloſſene Infanterie anrückt, ſah ich ihn mitten im Pulverdampf zu Pferd,“ erwiderte Bernhard; „aber jetzt iſt er in der Wolke verſchwunden!“ „Allmächtiger Gott, breite deine Schwingen über ihn,“ betete Marie und warf ſich auf die Kniee. „Da iſt er, da iſt er, jetzt ſprengt er hervor⸗ ertönte Bernhards freudiger Ruf. „Wie kommt er aber zu Pferd?“ fragte Ludwig erſtaunt. „Beute! Beute! Es iſt ein Koſackenpferd!“ rief Bern⸗ hard und das Feuer der Kampfesluſt röthete ſeine Wangen. „Hinter ihm hält der Marſchall Ney. Siehſt Du dort? Sie wollen hier durchbrechen!“ Die Frauen zitterten. Der Kampf tobte heftig; 3 der er⸗


