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Marie eilte ans Fenſter, um ihm noch einen Blick der Liebe nachzuſenden. Auf den Gaſſen ſtürzten Volk und Sol⸗ daten in wildem Getümmel durcheinander. Naſinski trat unter einen dichten Haufen und warf ſich mit dem überge⸗ wicht ſeines herrſchenden Geiſtes ſogleich zum Führer auf. Den Säbel ziehend ſchritt er voran, nach dem Innern der Stadt zu. Vergeblich harrte Marie, daß er das Antlitz noch einmal zurückwenden ſolle.
Er that es nicht; die Brücke, die ihn mit den liebli⸗ cheren Ufern des Lebens verband, hatte er jetzt hinter ſich abgeworfen und wandte nun auch ſelbſt das Auge nicht mehr zurück, denn ſich erweichender Sehnſucht fruchtlos hinzugeben, war nicht in ſeiner Art. Der ſchweſterlichen Bruſt, den Ar⸗ men der Freundſchaft, der Liebe hatte ihn ſeine ſtrenge Pflicht entriſſen; nun folgte er ihr allein und zeigte den Kriegern nur das eherne, unerſchütterte Antlitz des Helden.
Der brauſende Strom des Kampfes führte ihn ſchnell hinweg und ſchlug mit kühlenden Wogen an ſeine Bruſt. Schon drang der Feind vor und griff die Stadt von allen Seiten an. Kanonendonner erſchütterte die Gebäude, Trom⸗ meln hallten in allen Gaſſen, Angſtgeſchrei der Weiber, Klageruf der Verwundeten theilte die Lüfte.
Der unnennbare Schmerz, der die Bruſt der Frauen ganz erfüllte, ließ der ſchwächern Empfindung der Angſt keinen Raum. Lodoiska hörte kaum das brauſende Getüm⸗ mel auf den Gaſſen, in ſo ſtarren Banden der Betäubung lag ihre Seele. Die Gräfin war auf jedes Außerſte gefaßt, ſie hoffte und fürchtete nichts mehr; Bianca und Marie ſchloſſen ſich Troſt ſuchend an die Brüder an, die allein noch Raum zur Sorge in der Bruſt behielten und den Gang des Gefechtes verfolgten.
Plötzlich krachten Flintenſchüſſe dicht vor dem Hauſe, und


