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Urſache errieth;„ich kann aber nicht begreifen, wie ein Mann ſo reizbar ſein kann.“
„Laſſen Sie's uns lieb ſein, Obriſt,“ nahm Boleslaw das Wort,„daß wir allein ſind. Ich kann Ihnen leider Nachrichten von der Unglücklichen geben.“
Er erzählte hierauf den Vorfall, von dem er dieſen Morgen Zeuge geworden war, und der ihm jetzt erſt, da er erfahren hatte, daß Aliſette wirklich die Mutter des ſchuld⸗ loſen kleinen Weſens war, das Innerſte mit Schauder über dieſe an Wahnſinn ſtreifende Entartung der Natur erfüllte. Nur die Betäubung, in die das furchtbare, entſetzliche Elend rings umher ein Gemüth ſtürzen mußte, das niemals ge⸗ wohnt war, ſich an etwas Höheres, als dieſes irdiſche Da⸗ ſein bietet, zu wenden, gab ihm eine halbe Erklärung und Entſchuldigung des Verbrechens.
„Die Unnatürliche!“ rief Regnard empört, als er die That vernahm.„Wo iſt aber das Kind, iſt es gerettet? Sagen Sie mir Alles.“
„Es wird wenige Schritte von hier wol ſchon des ſü⸗ ßeſten Schlummers genießen,“ ſprach Boleslaw;„ich will Sie dahin führen.“
Er ging mit ihm zu dem Bivouac, wo der verwundete Chaſſeur, der mit der kranken Witwe eines Tambours die Sorge um das Kind theilte, gelagert war. Mit Ehrfurcht ſtand der alte Soldat auf, als ſich Regnard ihm näherte.
„Kamerad,“ ſprach dieſer heftig bewegt,„ich bin Dir
mehr als mein Leben ſchuldig geworden, denn Du haſt mein 8 Kind gerettet.“
„So viel hätte die Mutter nicht dafür gegeben!“ ant⸗ woortete der Chaſſeur.„Aber nun iſt es gut aufgehoben,


