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ſten zu erweichen und dem Kälteſten heiße Thränen zu er⸗ preſſen.
Indeſſen hatte man den Bivouac wieder erreicht. Ja⸗ romir in tiefen, düſtern Gedanken, denn die Erinnerung an Lebrun rief ihm alle Ereigniſſe jenes Tages, der ſo verhäng⸗ nißvoll für ihn wurde, wieder mit erneuter Lebhaftigkeit vor die Seele zurück. Selbſt die grauſenvollen Gemälde des Ent⸗ ſetzens, die er jetzt täglich rings um ſich her ſah, hatten nur bleiche Farben gegen jene Bilder der glühenden Erinne⸗ rung. So iſt alles Leiden und alles Glück des Menſchen im Innerſten ſeiner Seele gegründet, und kein äußeres Er⸗ eigniß vermag ſich ſo tief in ſeine Bruſt zu prägen, als die ſelbſtbereiteten Qualen oder Freuden darin eindringen. Ali⸗ ſettens Schickſal kannte er indeſſen noch nicht, denn der ſchonende Boleslaw hatte es ihm verſchwiegen, weil er wußte, wie es ihn erſchüttern mußte.
Naſinski und Regnard begaben ſich zum Marſchall Ney, um dieſem Bericht abzuſtatten. Der Feldherr hörte mit äußerſter Spannung, was ihm Regnard von den Ereigniſſen des vorigen Tages berichtete. Er forſchte genau nach der Stärke und den muthmaßlichen Abſichten des Feindes; die Antworten konnten nicht beruhigend ausfallen.
„Ich ſehe einen heißen Tag vor uns; aber es wird ein Tag der Ehre ſein,“ ſprach er mit dem entſchloſſenen, ruhi⸗ gen Ton des Helden;„doch gönnen wir dem Krieger heut ſeine Ruhe; er wird es morgen zeitig genug erfahren, daß er nicht nur mit allen Schrecken der Natur, ſondern auch mit einem überlegenen Feinde zu kämpfen hat. Ich hoffe, wir werden Beide beſiegen. Zwei Stunden nach Mitternacht wollen wir fort.“
So entließ der Marſchall Raſinski und Regnard. Am Wachtfeuer fanden ſie Jaromir und Boleslaw, die IV. 2


