Hinterrad des Wagens und ließ ſich hinaufſchleifen; doch weil dieſe Laſt die Kräfte der ermüdeten Thiere noch mehr beiud, ſo zog ein verwundeter Küraſſier, der auf dem Wa⸗ gen lag, das Piſtol heraus und drohte ihr, ſie niederzu⸗ ſchießen, wenn ſie nicht loslaſſe. Da ſanken ihr, von dem plötzlichen Schrecken gelähmt, die Hände kraftlos zurück, und ſie blieb winſelnd und jammernd im Wege liegen. So ſah ſie Boleslaw, als er einen letzten Blick zurückwandte; er kämpfte unentſchloſſen mit ſich ſelbſt, ob er ſich noch ein⸗ mal zu ihr wenden ſollte, doch die Kameraden zogen ihn gewaltſam fort, und der junge Soldat, der ihn führte, rief: „Laßt ſie, laßt ſie; die Mutter, die ihr Kind umbringen wollte, darf man nicht anrühren, ſonſt zieht man den Fluch des Himmels auf ſich. Laßt ſie, es trifft ſie die gerechte Strafe.“ Bald hörte Boleslaw nur noch das herzzerreißende Jam⸗ mergeſchrei der Unſeligen, bis der Sturmwind, der ſich rauh erhob und düſtere Schneewirbel aufjagte, es übertönte.
Zweites Capitel.
Bei Korithnia ereilte die Nacht das Heer; man bezog den Bivouac, oder richtete ſich in den Trümmern des elen⸗ den Ortchens ein. Raſinski hatte, wie immer, durch uner⸗ müdliche Sorgfalt, durch ſein Anſehen, ſeine Gewandtheit noch ſo viel für die d inigen gewonnen, daß ſie für die Umſtände ein glückliches Loos zogen. Aber kaum hatten ſier ſich an den Lagerfeuern eingerichtet, als ein donnerndes Ge⸗


