Teil eines Werkes 
4. Band, 1812 : ein historischer Roman : 4. Theil (1843)
Entstehung
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ſen ſehen. Daß es endlich auch ſie unerbittlich erreichen werde, hatte ſie als ein ſo unerhört unmögliches Anſinnen

des Geſchicks betrachtet, daß ihr jetzt, wo dieſer Augenblick

gekommen war, Kraft und Faſſung verſagte. Noch nichts wäre verloren geweſen, wenn ſie nicht in der, freilich harten Nothwendigkeit, ſtrenge Beſchwerden zu tragen, ſchon den völligen Untergang geſehen hätte. So richtete ſie ſich ſelbſt zu Grunde. Über Das, was ſie aufgeben mußte, hatte ſie allen Blick für Das, was ihr blieb, verloren; die furchtbare Ne⸗ meſis einer unſittlichen Geſinnung, die vom Leben nur Ge⸗ nuß wollte und mit allen Kräften und allen Mitteln nur dieſem nachgeſtrebt hatte, traf jetzt ihr Haupt mit zermal⸗ mender Gewalt. Auf Tage ernſten Duldens war ſie nicht bereitet; hier brach ſie gänzlich kraftlos zuſammen und ver⸗ mochte nichts als zu jammern und zu freveln. So erhob ſie denn auch jetzt die Stimme zu tief in die Seele ſchneiden⸗ den Lauten des Jammers.Hülfe, Erbarmen, Rettung! rief ſie auf die Kniee geworfen, und gewann nicht die Kraft, ſich ſelbſt durch den Entſchluß zu retten, die Miühſeligkeit ſo lange zu ertragen, als ſie es vermochte. Erſt, als der letzte Wagen ſich nun auch in Bewegung ſetzte, und die Pferde unter wildem Rufen und Peitſchenhieben, was die Kraft ih⸗ rer Sehnen vermochte, den Eisabhang hinanklimmten, da erſt, als das Grauſen, ſich ganz allein zu ſehen, ſie über⸗ gewaltig faßte, raffte ſie ſich auf und ſtuͤrzte, einer Wahn⸗ ſinnigen gleich, mit aufgelöſten Haaren den Davonziehenden nach. In ihrer Raſerei wollte ſie ſich an den letzten Wagen klammern, doch die Krieger, die ſchon fürchteten, daß ihre Pferde das Hinderniß nicht bezwingen könnten, trieben ſie mit ihren Waffen zurück und verſetzten ihr Wunden und blutige Quetſchungen. Von der Todesangſt getrieben, packte ſie jetzt das in der Kälte und auf der glatten Bahn ſtockende

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