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Wagen einen Verwundeten aufzunehmen. Doch waren nicht ſo viel Wagen als Hülfsbedürftige da, und eine junge, in Pelz dicht eingehüllte Frau mit einem etwa dreijährigen Kinde auf dem Arme, anſcheinend die Gattin eines Offiziers, wurde überall zurückgewieſen, während ihre beiden Begleite⸗ rinnen ſchon Platz gefunden hatten.
Soll die Mutter ihres Kindes wegen in dieſer Einöde verſchmachten? dachte Boleslaw und ein Grauen überlief ihn. Doch noch kälter packte ihn der Schauder an, als er jetzt die Unglückſelige das Kind plötzlich in den Schnee ſchleudern und, von der Laſt befreit, allein auf den nächſten Wagen vor ihm zuſtürzen ſah.„So nehmt mich denn allein auf,“ rief ſie mit durchdringendem Ton der Angſt;„ſo rettet Ihr wenigſtens ein Leben!“
Dieſe unnatürliche That einer Mutter aber erfüllte ſelbſt die an jedes Elend und Grauſen des Krieges gewöhnten Männer mit einem ſchaudernden Gefühl. Boleslaw ſprang auf das weinende Kind, das in den tiefen Schnee faſt ver⸗ ſunken war, zu und hob es empor. Doch wie durchzuckte es ſeine innerſte Bruſt, als er in dem kleinen Weſen Ali⸗ ſettens Pflegling und in der im jammervollen Wahnſinn um Rettung Flehenden dieſe ſelbſt erkannte.
„Allmächtiger Gott,“ rief er entſetzt aus;„das iſt deine waltende Vergeltung!“
Durch die That der Unglückſeligen war das Gefühl des Erbarmens und des Mitleids in den Kriegern völlig erlo⸗
ſchen. An ihre Stelle trat die rohe Freude, einen empören⸗
den Frevel ſogleich rächen zu können.
„Bringt uns das Kind, das arme Kind, das wollen wir retten,“ rief ein Chaſſeur von dem Wagen herab, auf den Aliſette vergeblich zu klimmen ſuchte, indem er zugleich mit hartem Fauſtſchlage die Unglückliche zurücktrieb. Boles⸗
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