— 8—
Höhe des Hügels erſchöpft zuſammen, und da ſie den Wa⸗ gen nicht mehr halten konnten, rollte dieſer zurück und ſchleifte die Pferde mit hinab. Ein Schrei der Angſt und des Schreckens ertönte ſowol von Denen, die ſich auf dem Wagen befanden, als von Denen, auf die er hinabzurollen drohte. Doch waren nur die Erſteren in Gefahr, denn er gleitete ſeitwärts, kam mit einem Rade in ein tiefes Geleiſe, ſtieß mit dem andern gegen einen Eisblock und ſchlug kra⸗ chend um. 8
Schon hatte die eigne Noth und das Bedürfniß der Rettung das menſchliche Gefühl ſo abgeſtumpft, daß die übrigen mehr Freude darüber, das Hinderniß ihres Fort⸗ kommens aus dem Wege geräumt zu ſehen, als Theilnahme für das Schickſal ihrer Kameraden ünd der hülfloſen Frauen, die auf dem zerbrochenen Wagen geſeſſen hatten, empfanden. Dieſe aber hatten ſich ſchnell emporgerafft, und da ſie ihr Fuhrwerk unbrauchbar ſahen, eilten ſie, ihr Gepäck in den Armen, nach den nächſten Wagen, um ſich auf dieſe zu ſchwingen. Doch ſie wurden meiſt gewaltſam zurückgewieſen, da wirklich kaum die Möglichkeit vorhanden war, die Fuhr⸗ werke noch mehr zu belaſten.
Als Boleslaw verwundete Krieger mit Erbitterung ab⸗ weiſen und hülfloſe Frauen mit Peitſchenhieben zurückgetrie⸗ ben ſah, ſchnitt ihm der Jammer durch das Herz. Er erhob ſich und rief:„Freunde, laßt Eure Kameraden nicht im Stich!“„Alter,“ rief er einem graubärtigen, ſchwer verwun⸗ deten Grenadier zu,„komm hierher, wir wollen Dich auf⸗ nehmen, und dagegen mag Einer von uns abwechſelnd zu Fuß gehen. Ich will der Erſte ſein, der es verſucht’⸗./)
Damit ſtreckte er dem Krieger die Arme entgegen und half ihm, während er ſelbſt abſtieg, auf den Wagen.
Dies Beiſpiel wirkte; man entſchloß ſich, auf jeden


