Teil eines Werkes 
4. Band, 1812 : ein historischer Roman : 4. Theil (1843)
Entstehung
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ſein. Eine kürzere Strecke könnte ich ſchon heute gehen oder reiten.

Nun, ſo gehab Dich wohl, rief Raſinski raſch und faſt rauh, weil er weich zu werden fürchtete;ich werde Euch nicht aus den Augen laſſen, Kinder, ſetzte er, gegen die übrigen gewandt, hinzu. Hierauf ſpornte er ſein Pferd und ritt zu Jaromir zurück.

Boleslaw, der in ſeinem ernſten verſchloſſenen Gemüth

Allees tiefer empfand, als er zu äußern pflegte, war auch

durch den Verluſt Bernhards und Ludwigs im Innerſten bewegt worden. Und faſt war es unmöglich, etwas Anderes als ihren Tod zu vermuthen; denn da ſie erfahren haben mußten, daß Raſinski plötzlich befehligt worden war, mit ſeinem Regiment zurück zum Ney'ſchen Corps zu gehen, hat⸗ ten ſie ſich ihm gewiß anzuſchließen geſucht, oder ihn we⸗ nigſtens in Smolensk erwartet. Es waren noch Viele in der Stadt, die ihnen hätten Auskunft geben können, unter Andern Obriſt Regnard, der mit dem Vicekönig von Ita⸗ lien die Feſtung erſt verließ, als Raſinski ſchon mit den Seinigen wieder eingerückt war. Allein an Keinen hatten ſie ſich gewandt, Niemand hatte eine Spur von ihnen entdeckt. Wären ſie aber vorwärts gegangen, hätten ſie eine Gelegen⸗ heit gehabt, auf leichteren Wegen die Heimat zu erreichen,

ſo würden ſie unfehlbar Sorge getragen haben, Regnard

und durch ihn Raſinski zu benachrichtigen. Die Wahrheit ihres Geſchicks war freilich Niemandem bekannt geworden; und ſo wurden ſie der unermeßlichen Zahl Derer beigeſellt, welche ſich täglich aus den Reihen ihrer Kameraden verloren.

Raſinski trug den Verluſt, der ihn faſt zerſchmetterte, mit jener männlichen Kraft, wodurch er ſich über die härte⸗ ſten Schläge des Geſchicks erhob; Jaromir beneidete in ſei⸗ ner innern Zerrüttung Die, welche von der Laſt des Lebens