ihre Aufgabe, ſie mußten Blut und Leben daranſetzen, wie
wir Andern auch. Dieſem fällt das dunkle Loos des Todes,
Jenem das heitere des Lebens— wir ſind auf Beides gefaßt, 4 wiſſen, was unſerer wartet, und dürfen nicht klagen. Aber unſere Freunde! Nicht ihr Herz führte ſie hierher! Der Krieg, der über jedes andere Haupt ein ſchneidendes Schwert ſchwingt, ſollte über das ihre einen Schild gegen feindlich geſchärfte Pfeile und Gifte breiten. Ich bot ihnen dieſes gefährliche Obdach; doch dieſe Alles verſchlingende Charybdis des Elends und des Entſetzens hat nun auch ſie in ihre Strudel hinabgeriſſen! Es muß überſtanden werden, Bo⸗ leslaw; dazu ſind wir Männer. Ich fühle es, das eherne Rad des Schickſals geht zermalmend über unſere Bruſt; doch unſer brechender Blick ſoll kein verzagtes Herz verrathen!“ 8„Wer weiß,“ erwiderte Boleslaw ſchwermüthig,„wie bald wir wieder mit ihnen vereinigt ſind!“
„Ich hoffe nichts mehr!“ entgegnete Raſinski, der ihn mißverſtand.
„Hier trennt der Tod die Kameraden nicht lange von einander, meine ich,“ ſprach der Jüngling, das Haupt lang⸗ ſam ſchüttelnd, indem er aus den großen ſchwarzen Augen einen Blick zuerſt auf die Jammergeſtalten rings um ihn her und dann in die Weite hinaus warf, als wolle er die hinſterbenden Kräfte dieſer Leidenden mit den unbegrenzten Näumen vergleichen, die ſie zu durchmeſſen hatten, bevor ſie die wirthbaren Stätten der Heimat wiederſähen.
„So verſtehſt Dues? Dann haſt Du freilich Recht,“ antwortete Naſinski;„biſt Du ſo ermattet von Deiner Wunde, daß dieſe Dich an den Tod gemahnt?“
„Nein,“ erwiderte Boleslaw;„ich fühle mich beſſer. Vielleicht kann ich in wenigen Tagen ſchon wieder zu Pferd


