Teil eines Werkes 
4. Band, 1812 : ein historischer Roman : 4. Theil (1843)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

4

Es iſt nichts, ſprach Raſinski zu Jaromir, der neben ihm ritt; die Thürme und Mauern der Feſtung werden aufgeſprengt. Es iſt das alte Recht des Krieges, dem Feinde wenigſtens nicht zu gönnen, was man ſelbſt nicht beſitzen kann.

Das ſchauerlich dumpfe Getöſe dauerte eine Zeit lang fort. Der Tag fing jetzt an zu grauen. Der Zug der Krie⸗ ger, der Wagen wurde allmälig ſichtbar.

Behalte die Leute unter Deiner Obhut, Jaromir, ſprach Naſinski,ich will mich überzeugen, wie es unſern Verwundeten und Kranken ergeht.

Mit dieſen Worten ritt er die Reihen entlang, bis zu den Wagen, auf denen man die Verwundeten, die noch Hoffnung zum Leben und zur Herſtellung gaben, fortſchaffte. Die übrigen hatte man der Menſchlichkeit des Feindes über⸗ laſſen müſſen.

1 Boleslaw, der von einem nicht gefährlichen Schuß in der Seite verletzt war, befand ſich nebſt einigen Kameraden des Regiments auf einem Wagen, den Raſinski's unermüd⸗ liche Fürſorge ihm verſchafft hatte.

Nun, wie ſteht es, Freunde? redete Raſinski die Seinigen an und reichte Boleslaw die Hand hinüber.

So gut es kann, antwortete der Jüngling, der mit bleichem Angeſicht, tief in den Mantel gehüllt, den Kopf gegen die Kälte durch ein ſchwarzes Tuch verbunden, auf dem Wagen ſaß.Haſt Du aber gar nichts ausgekundſchaftet?

Es war Alles vergeblich, erwiderte Raſinski düſter; das unerſättliche Ungeheuer dieſes Krieges, das ſo viele Tapfere und Edle verſchlungen hat, verlangte auch dieſe Beute! Wären ſie von den Unſern geweſen, ich wollte nicht klagen! Sie ſind der ſchönen Sache ihres Vaterlandes ge⸗ fallen, würde ich tröſtend zu mir ſagen; der Kampf war

8