Teil eines Werkes 
3. Band, 1812 : ein historischer Roman : 3. Theil (1843)
Entstehung
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dem Schwert, aber der Engel des Herrn entwindet es Dir und bietet Dir die Palme.

Ich empfange ſie mit Rührung und Dankbarkeit, ant⸗ wortete Bernhard und beugte ſich bewegt auf Gregors Hand.

O mein Vater, redete ihn Bianca bittend an,Du ſollſt der Verſöhner ſein, Deine fromme Hand ſoll den Blü⸗ thenzweig des Glücks von Haß und Blut reinigen, die ihn beflecken. Der heiligſten Pflicht, der mächtigſten Stimme des Herzens folgend, mußte ich andere ältere Bande brechen; gern hätte ich ſie ſanft gelöſt, aber jetzo hat das Schwert der Zwietracht ſie getrennt. Sei Du der Mittler zwiſchen mir und meinen Pflegeältern; ich verdiene ihren Haß nicht, aber ſelbſt der ungerechte Fluch würde Unheil bringend an meinem Glücke haften. Wo iſt mein Vater? Wo meine Mutter? Ich will zu ihnen.

Ich laſſe ſie drüben im Saale bewachen, antwortete Willhofen.

So wollen wir zu ihnen, bat Bianca eindringend. Mein Bruder, wirſt Du mich begleiten können? Ludwig willſt auch Du mir folgen? Erweicht Eure harten Männer⸗ herzen zu dem Werke der Verſöhnung und Liebe.

Welches Herz ſoll dieſer holden Bitte widerſtehen? ſprach Ludwig.Der kälteſte, eherne Grimm, wenn meine Bruſt ihn hegte, würde ſchmelzen wie der Schnee vor dem ſanften Auge des Frühlings.

Bernhard hatte ſie bei der Hand ergriffen und ſagte, indem er ſie ſanft drückte:Ich bin ſtürmiſch, unbändig, ach ich weiß es, es iſt wenig Gutes in mir wildem Unhold. Doch Schweſter, Du an einem Haar Deiner ſeidnen Locken kannſt Du mich leiten und feſſelſt mich unzerreißbarer als die Gewalt mit zehnfältigen Ketten. Durch Dich werde ich vielleicht noch gut, Du Beſte; Laß uns aber hinüber.

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