Teil eines Werkes 
3. Band, 1812 : ein historischer Roman : 3. Theil (1843)
Entstehung
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muthet eintritt. Jeannette erzählt, was geſchehen iſt. Bianca ahnet den Zuſammenhang, ſie ſieht ein, daß ſie völlig verra⸗ then iſt, daß ſie keine Zeit verlieren darf. Sogleich beſchließt 4 ſie, mit ihrem Bruder zu ſprechen. Jeannette muß das Zim⸗ mer ſchließen und erhält den Auftrag, ſobald ſich Jemand an der Thür vernehmen laſſe, zu antworten, die Fürſtin ſei im Umkleiden begriffen, es könne jetzt Niemand eintreten. Während deſſen eilt Bianca, durch dieſelbe Kopfbedeckung Jeannettens, die ſie ihr geſtern während des Schlummers heimlich entwendet hatte, vor dem Erkennen geſchützt, durch das Halbdunkel des Corridors begünſtigt, auf Bernhards und Ludwigs Zimmer und erzählt dieſen, was geſchehen iſt. Flucht noch in derſelben Nacht wird beſchloſſen; Gregor wird die Hülfloſen aufnehmen, wenn es gelingt, ſeine Woh⸗ nung zu erreichen, bevor er den Weg zu dem Schloſſe an⸗ getreten hat, oder wenn der Zufall es ſo glücklich fügt, daß man ihm begegnet. Schlägt dieſe Hoffnung fehl, ſo bleibt Smolensk, das noch von den Franzoſen beſetzt iſt, als Zu⸗ fluchtsort übrig. Willhofen ſoll der Begleiter auf der Flucht ſein. Er wird von Allem unterrichtet und verſpricht Pferde und einen Schlitten bereit zu halten. Um das Nöthige dazu vorzube⸗ reiten, hat er eben das Zimmer verlaſſen, als ihm Jacques begegnet und ihn zum Grafen ruft. Mit einer Ahnung Deſſen, was geſchehen ſoll, tritt er zu dieſem ein, doch be⸗ wahrt er ſeine völlige Ruhe und gewohnte Haltung. Ohne Verdacht übergibt ihm Dolgorow den Brief, den Willhofen aber ſogleich in Bernhards Zimmer hinüberträgt, wo Bianca noch verweilt. Man öffnet ihn; Bianca lieſt den ruſſiſch geſchriebenen Befehl; Dolgorows Abſicht iſt unzweifelhaft. Beernhard ahnet ſeinen Plan, wenngleich nicht in ſeiner vol⸗ *enn Abſcheulichkeit, da der Edle nie ſo tief in die Seele des