Teil eines Werkes 
3. Band, 1812 : ein historischer Roman : 3. Theil (1843)
Entstehung
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aus Liebe zum Vaterlande unternimmt! Verzeihen Sie, aber ich muß einige Zeit allein ſein, um den Unwillen in mir austoben zu laſſen.

Mit dieſen Worten verbeugte er ſich und ging auf ſein Zimmer, während zugleich die Damen die ihrigen aufſuchten. Bianca nahm indeß mit den tröſtenden, freundlich geſproche⸗ nen Worten Abſchied:Ich hoffe, wir ſehen uns beim Thee wieder.

Kaum war Dolgorow auf ſeinm Zimmer angelangt, als er dem Kammerdiener ſchellte, um ihn nochmals über alles Das genau zu befragen, worauf er ſeine Vermuthungen ge⸗ gründet habe.

Jacques, der längſt merkte, wie wichtig die Angelegen⸗ heit dem Grafen ſei, verſchwieg, theils um das Verdienſt der Entdeckung mit Niemandem zu theilen, theils um ſich 4 Jeannettens Gunſt zu erhalten, nicht nur, was dieſe ihm geſagt, ſondern daß ſie ihm überhaupt das Wichtigſte vertraut hatte. Daher waren dem Grafen ſeine Ausſagen völlig un⸗ 1 genügend. Er hieß ihn gehen und blieb ſinnend in ſeinem Zimmer, indem er ſich quälte, ein Mittel ausfindig zu ma⸗ chen, um die Wahrheit zu entdecken. Plötzlich leuchtete es ihm hell auf.Thor! rief er,wie kannſt Du ſo ſtumpf⸗ ſinnig ſein und nicht gleich darauf verfallen! Entweder er oder ſie müſſen irgend Briefe, Documente, oder ſonſt Er⸗ kennungszeichen hier haben, weil es ſonſt unmöglich geweſen wäre, daß ſie einander aufgefunden hätten! Das muß mir Licht geben. Zuerſt wollen wir das Leichtere verſuchen und Feodorowna's Zimmer in der Stille unterſuchen.

Er ſchellte. Jacques trat ein.

Iſt die Fürſtin auf ihrem Zimmer?

Nein, Ihre Durchlaucht arbeiten bei der gnädigen 4 Grafin. 1

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