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„Auch wir waren in Warſchau,“ ſprach Ludwig.
Bernhard gab ihm einen verſtohlenen Wink, vorſichtig zu ſein, und nahm raſch ſelbſt das Wort, um ganz allgemein und unbeſtimmt über ihren Aufenthalt dort zu ſprechen. Der Graf fragte nach Dieſem und Jenem; er ſprach von England, erkundigte ſich nach Bernhards Reiſen, nach ſeinem frühern Wohnort, kurz, ſuchte auf geſchickte Weiſe die Lebensverhält⸗ niſſe Beider ſo genau als möglich zu erforſchen. Zwar ant⸗ wortete Bernhard mit größeſter Vorſicht, doch ließ ſich nicht Alles verſchweigen, und namentlich waren Ludwigs Verhält⸗ niſſe ſehr bald ſo weit klar für Dolgorow, daß er nicht mehr zweifeln konnte, Bernhard ſei der Bruder Feodorowna's, wenn es Einer dieſer Beiden war. Mit Aufmerkſamkeit beobach⸗ tete er die Geſichtszüge deſſelben, um aus der Ahnlichkeit ſeine Vermuthungen zu beſtätigen; allein hier war ihm der Zufall entgegen, da Bernhard faſt durchaus ſeinem Vater, Bianca ihrer Mutter glich, zwiſchen Beiden aber eher eine auffallende Verſchiedenheit der Phyſiognomie, als eine Ähn⸗ lichkeit ſtattfand, wenngleich ſich einige übereinſtimmende Züge allenfalls auffinden ließen. Wollte man aber danach ſuchen, ſo bot Ludwigs Angeſicht ungleich mehr Wahrſcheinlichkeit für die Verwandtſchaft dar. Bernhard hatte überdies mit Geſchicklichkeit hinzuwerfen gewußt, daß er aus Dresden ge⸗ bürtig und der Sohn eines armen Cantors an der Kreus⸗ kirche ſei, der ihm, drückte er ſich ſcherzend aus, als er vor drei Jahren verſtarb, durch ſeinen letzten Willen nichts hin⸗ terlaſſen habe, als den freien, zu gehen, wohin er möge.
So blieb Dolgorow allerdings in peinlicher Ungewißheit, ob ſein Geheimniß in der That entdeckt ſei, oder ob nur zufällige Umſtände, halb verſtandene Worte oder Außerungen den Schein einer Entdeckung gegeben hätten.
Um nicht durch allzu vielfältiges, ängſtliches Fragen
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