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welcher jedoch alle Papiere verſchwunden waren. Dolgorow hatte ſie erſt eben jetzt herausgenommen, weil er Aufſchlüſſe in denſelben zu finden hoffte; er entſchuldigte ſich damit, daß 2 ihm das Portefeuille in dieſem Zuſtande zugekommen ſei, alſo wahrſcheinlich Beaucaire es ſchon geleert habe. Das zweite Portefeuille war weder Bernhards noch Ludwigs Eigenthum; der Graf behielt es alſo und entfernte ſich damit, um Feo⸗ dorownen den Morgenbeſuch zu machen.
„Es iſt mir unendlich viel werth, daß dieſes Bild wie⸗ der in meinen Beſitz gekommen iſt,“ ſprach Ludwig.„über⸗ haupt wird mir ſo wohl und leicht; alle Gefahr ſcheint vor⸗ über, und der Graf iſt ein Mann, der doch wol Zutrauen verdient.“
„Wahrhaftig, man möchte lachen,“ rief Bernhard,„wenn 8 die Zeit nicht beſſer zum Fluchen oder Beten taugte; man 3 möchte luſtig aufjubeln darüber, daß ein ſo geſcheuter Menſch,
wie Du, ſo ein blinder Thor ſein kann. O Ludwig, Lud⸗ wig! Du biſt zu gut für dieſe Welt— und ich fürchte, die Schweſter iſt es auch und läßt ſich täuſchen. Werdet Ihr denn ewig ſolche Kinder im Leben bleiben, daß Ihr Euch die Schlange an den Buſen legen wollt, weil ſie eine glän⸗ zende bunte Haut hat? Wollt Ihr denn niemals lernen, daß der buntgefleckte Tiger ſich ſchlafend ſtellt, wenn er am tückiſchſten lauert? Wer deckt denn eine Fallgrube mit Ot⸗ tern zu? Roſen ſtreut man darüber! Arſenik muß ausſehen wie Zucker, ſonſt frißt ihn keine Ratte. Ludwig, Ludwig! Dieſe lächelnde Höflichkeit Dolgorows iſt mir bedenklicher, als wenn er mit gezogenem Schwert vor mir ſtände!“
„Du ſiehſt Alles zu finſter, Beſter,“ entgegnete Ludwig.
„Meinſt Du?“ fragte Bernhard faſt ſpöttiſch.„Es bedeutet wol nichts, daß Bianca eine Gefangene iſt? Und dieſe nächtliche, übereilte Ankunft? Ludwig, ſtände mir
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