Teil eines Werkes 
3. Band, 1812 : ein historischer Roman : 3. Theil (1843)
Entstehung
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ler, ſprach er, mit der Leichtigkeit des lebensfrohen Künſt⸗ lers,und wir betrachten ein ſchönes Angeſicht in einem ge⸗ wiſſen Grade als ein Eigenthum, das uns Niemand verſa⸗ gen darf. Damit müſſen Sie, Herr Graf, jene Handlung, die freilich die gewöhnlichen Geſetze der Schicklichkeit nicht zum Richter haben darf, entſchuldigen.

Wir ſind nicht ſolche Barbaren hier in Rußland, ent⸗ gegnete Dolgorow lächelnd,um dem Künſtler dergleichen Freiheiten nicht willig zuzugeſtehen. Aber beſitzen Sie das Portrait?

Ich beſaß es bis vor zwei Tagen; oder vielmehr mein Freund, dem ich es, da es ſo angenehme und zugleich räth⸗ ſelhafte Erinnerungen in ihm erweckte, zum Geſchenk machte. Sein Portefeuille, in dem es ſich befand, wurde ihm durch jene Elenden, denen, wie ich höre, furchtbare Vergeltung ge⸗ worden, abgenommen. In weſſen Hände es gerathen iſt, weiß ich nicht. 3

Mir ſind, erwiderte Dolgorow,geſtern zwei Porte⸗ feuille's, die man bei den Gefangenen gefunden hat, über⸗ liefert worden; doch ich geſtehe, daß ich noch nicht Muße ge⸗ habt, ſie zu öffnen. Ich bin doch in der That begierig, zu ſehen, ob das Ihrige dabei iſt.

Mit dieſen Worten eilte er hinüber nach ſeinem Zim⸗ mer und kehrte bald darauf mit zwei Brieftaſchen zurück, de⸗ ren eine er geöffnet in der Hand hielt. Es war Ludwigs. Der Graf hielt Bernhard das Bild entgegen und fragte: Erkennen Sie das für Ihr Werk?

Wie ſollte ich nicht?

So iſt es billig, daß Sie Ihr Eigenthum zurücknehmen.

Es iſt, wie geſagt, nicht mehr das meinige, ſondern das meines Freundes.

Der Graf händigte Ludwig die Brieftaſche ein, aus