fen; das lang ſchlummernde Bewußtſein war mächtig er⸗ wacht. Mochte jetzt Täuſchung oder Wahrheit im Spiele ſein, er lernte, daß der Same der Schuld, möge er noch ſo tief vergraben, noch ſo weit vom Sturm der Zeit verweht ſein, doch fort und fort keimt, bis ſeine bittern Früchte reifen. „Thor,“ redete er ſich ſelbſt an,„was machſt du dir für Sorgen? Deine Zwecke ſind erreicht, du biſt im Beſitz, wer will dich vertreiben?— Hm! Wenn aber die Ochalskoi's erführen, daß eine Täuſchung obgewaltet habe? Nur als Vater Feodorownens ſind deine Rechte gültig!— Doch wer will ſie dir beſtreiten? Der Einzigen, die reden könnte, iſt die Lippe verſiegelt. Ruſchka ſchläft. Schreckbilder des leeren Wahns! Hirngeſpinſte!“ 9— Dennoch foltertem ſſie ihn bis der Morgen anbrach. W Indeſſen waren ſeine Plane gereift, und er beſaß Ge⸗ wandtheit und Krafk, ſie auszuführen. Sein erſter Gang war zu Bernhard und Ludwig herüber, die er als Gäſte des Hauſes willkommen hieß. Mit der übung des Hofmanns ſpielte er den zuvorkommenden Wirth, fragte nach ihrem Be⸗ finden, nach der Art ihrer Aufnahme, ohne auch nur mit einem Wort etwas Böſes anzudeuten. Ludwig, der die Welt weniger kannte, und deſſen gerades Herz auch den Arg⸗ wohn nicht ſo leicht einließ, oder ihn, wenn er auftauchte, mit ſittlichem Unwillen verwarf, hätte ſich durch dieſes Be⸗ nehmen täuſchen laſſen. Bernhard dagegen wurde um ſo be⸗ ſorgter, je argloſer der Graf ſich ſtellte; er verlarvte ſich da⸗ her mit derſelben Maske gegen ihn, und nahm den Schein eines ſorgloſen, ja faſt leichtſinnigen Zutrauens an, während er ſein Innerſtes aufs vorſichtigſte verbarg. Seiner Ge⸗ wandtheit gelang es vollkommen, den Unbefangenen zu ſpie⸗ len; er ging ſogar ſo weit darin, daß er dem Grafen ſein londoner Abenteuer mit Bianca offen geſtand.„Ich bin Ma⸗ * 14*
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