Teil eines Werkes 
3. Band, 1812 : ein historischer Roman : 3. Theil (1843)
Entstehung
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bemerken, daß etwas Ungewöhnliches vorgefallen ſei. Der Kammerdiener des Grafen, Jacques, war ihr Liebhaber; ſie hatte alſo nichts Eiligeres zu thun, als dieſem gewandten Menſchen ihre Vermuthung mitzutheilen, wobei ſie freilich nicht ahnete, daß ſie das Glück ihrer geliebten Gebieterin ſo gefährdete. Doch Jacques hatte einen ſcharfen Blick für dergleichen Verhältniſſe.Höre, Jeannette, ſprach er zu die⸗

ſer,wenn die Fürſtin davon nichts äußert, ſo thue ja, als

ahneteſt oder wüßteſt Du nichts. Für Diener iſt nichts ge⸗ fährlicher, als die Geheimniſſe der Herrſchaften wider den Willen derſelben zu erfahren. Wenn es auch Anfangs vor⸗ theilhaft zu ſein ſcheint, ſpäterhin bekommt es uns immer ſehr übel. Man wird bisweilen auf ganz eigne Art zum Schweigen gebracht. Das eingeſchüchterte Mädchen erſchrak vor dieſer Warnung ſo, daß ſie in der That nicht das Min⸗ deſte gegen ihre Gebieterin äußerte; aber, ſo ehrlich war ſie, auch gegen Niemand ſonſt. Jacques dagegen legte ſich aufs Lauſchen und ſtellte dies ſo geſchickt an, daß er, bevor eine Stunde verging, wenigſtens ſo viel wußte, daß Bianca ihr Geheimniß vor der Gräfin verberge. Jetzt hielt er die Ver⸗ hältniſſe für geeignet, ſie zu ſeinem Vortheil benutzen zu können. Er ging zur Gräfin und entdeckte dieſer, Anfangs nur andeutend, doch da der hingeworfene Funke mit einer über alle Erwartung gehenden Schnelligkeit zur Flamme aufſchlug, im ganzen Umfange Alles, was er wußte. Sie verſprach ihm eine reiche Belohnung, wenn er gegen Jeden ſchweigen und nur ihre Befehle in dieſer Sache erfüllen wolle. Jacques, habſüchtig, ſchlau, unternehmend, ging auf Alles ein, ohne jedoch Jeannetten, deren Ergebenheit gegen ihre Gebieterin er kannte, ein Wort davon zu ſagen. So reiſte er denn noch in derſelben Nacht mit Briefen der Gräfin zu dem Gemahl derſelben ab und war auch jetzt mit