Teil eines Werkes 
3. Band, 1812 : ein historischer Roman : 3. Theil (1843)
Entstehung
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ich mich früh zu meiner Pflegemutter; ſie hatte ſo etwas Argwöhniſches in ihren Blicken, daß ich nicht zweifeln konnte, ſie habe unſer Geheimniß zum Theil entdeckt; doch ließ ſie ſich nicht das Mindeſte merken. Schon von ſelbſt hatte ich mir vorgenommen, das Frühſtück auf meinem Zimmer ein⸗ zunehmen, um keinen Verdacht zu erwecken, doch würde ich zur Mittagstafel gekommen ſein. Allein die Gräfin äußerte,

ich werde hoffentlich den Tag über bei ihr zubringen, da es

ſich nicht wohl zieme, daß ich, wäͤhrend ſie ſelbſt krank ſei, mit den beiden Fremden allein ſpeiſe; ſie ſetzte hinzu, ſie würde es ungehörig finden, wenn ich Euch vor des Grafen Ankunft wieder ſpräche. Ich bequemte mich ihrem Willen, doch ich wurde meiner Sache immer gewiſſer, daß etwas vorgefallen ſein müſſe. Im Laufe des Vormittags ging ich auf mein Zimmer und entdeckte zufällig, daß die Thür nach dem Corridor verſchloſſen und der Schlüſſel abgezogen ſei. Jetzt durchſchaute ich Alles; ich war eine Gefangene der Gräfin; ſie mußte unſer Geheimniß kennen. Der Kammer⸗ diener hat ſich den ganzen Tag nicht gezeigt; ich vermuthe, er iſt zum Grafen geſchickt worden. Daher beſchloß ich, Dich, mein Bruder, von Allem zu unterrichten, und ſandte Dir durch Jeannetten den Zettel. Allein das Geſpräch mit

Dir durch das Fenſter konnte gefährlich werden; ich ließ da⸗

her Jeannetten ſpät auf mein Zimmer kommen, unter dem Vorwande, daß ich wünſchte, ſie möge in demſelben ſchla⸗ fen, weil mir nicht ganz wohl ſei. Als ſie entſchlummert war, legte ich leiſe ihre Kleidungsſtücke an und ging ſo un⸗ erkannt durch das Zimmer der Gräfin. Jetzt aber frage ich Dich, mein Bruder, was ſollen wir thun?

Schnelle Flucht ſcheint mir das einzige Rettungsmittel, erwiderte er raſch.Wenn es möglich wäre, Smdſenst in dieſer Nacht zu erreichen.

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