Teil eines Werkes 
3. Band, 1812 : ein historischer Roman : 3. Theil (1843)
Entstehung
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einſpringenden Schloſſes, oder der ſchwere, ungeſchickte, weit durch die langen Corridors hallende Schritt eines Dieners die tiefe Stille wieder. Endlich, nach elf Uhr, ſchien Alles in Schlaf verſenkt zu ſein.

Eine Grabesſtille im Schloß, ſprach Bernhard, in⸗ dem er leiſe die Thür öffnete und auf den Gang hinaus horchte.Mitternacht iſt nahe! Ich wollte, Willhofen käme, damit die Ungewißheit ein Ende nähme.

Ludwig war von düſtern Ahnungen und Beſorgniſſen gequält; doch äußerte er nichts, um Bernhards ſichtliche Unruhe nicht zu erhöhen.

Wie der Wind durch den Schlott pfeift! Es mag

wieder eine herrliche Nacht draußen ſein! Mir däucht auch,

es ſei kälter geworden. Unſere Fenſter gefrieren wieder trotz des glühenden Ofens. Aber horch, rauſcht da nicht etwas auf dem Gange? Wahrhaftig, es ſchleicht kniſternd näher. Vermuthlich wird es Willhofen ſein; der Alte iſt ein Fuchs; er kommt leiſe auf den Zehen, und ich glaube ohne Schuhe. Er lauſchte; es kam behutſam näher und näher. Bernhard öffnete die Thür ein wenig und fragte durch die Spalte hinaus:Biſt Du's, Freund?

Ich bin es, antwortete flüſternd eine weibliche Stimme; zugleich öffnete die Kommende die Thür, und das Kammer⸗ mädchen der Fürſtin trat in ihrer zierlichen Dienſttracht, ein kleines Häubchen auf, aber die Wangen mit einem Tuch verbunden, ein.

Beide Freunde erſtaunten. Bernhard vermuthete ein Liebesmißverſtändniß und ſprach ziemlich unwillig:Du biñ irre gegangen, mein Kind.

Nein, ich verfehlte die richtige Thür nicht, antwortete das Mädchen mit bekannter Stimme, indem ſie zugleich das

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