Teil eines Werkes 
3. Band, 1812 : ein historischer Roman : 3. Theil (1843)
Entstehung
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die Worte:„Bruder, wenn Alles ſchläft, komm unter das Fenſter meines Schlafzimmers.“

„Weißt Du, was der Zettel enthält?“ fragte er Will⸗ hofen, nachdem er geleſen.

„Ich vermuthe ungefähr; die Jungfer der Fürſtin, Jean⸗ nette, hat ihn mir gegeben.“

Bernhard ging unruhig auf und ab.„Kennſt Du die Lage des Schlafgemachs der Fürſtin, Willhofen?“ fragte er dieſen.

Er bejahte es.

„Wenn Alles im Schloſſe ſchläft, ſoll ich mich unter

ihrem Fenſter einfinden; kannſt Du mich mit Sicherheit da⸗

hin führen?“ 8

„Eine Kleinigkeit; ich will ſchon ſorgen, daß es dem Thorwächter ſchwerer werden ſoll, die Augen aufzuriegeln, als das alte verroſtete Thor.“

„Wann geht man hier ſchlafen?“

„Vor Mitternacht; um zwölf Uhr ſind wir ſicher, außer den Mäuſen auf dem Kornboden, kein lebendiges Weſen mehr im Schloß zu treffen.“

„So komm um dieſe Stunde zu uns auf unſer Schlaf⸗ zimmer, Freund; Du mußt mir den wichtigen Dienſt ſchon leiſten.“

Willhofen ging.

Bernhard und Ludwig begaben ſich auf ihr Gemach und harrten in unruhiger Spannung der Mitternacht ent⸗ gegen. Die Stunden ſchlichen ihnen träge dahin. ÄAngſtlich lauſchten ſie auf jeden Laut im Schloſſe, ob das Geräuſch geöffneter oder zugeworfener Thüren, der Schritt der Diener auf den Gängen, das einzelne Zurufen und Antworten nicht endlich ein Ende nehmen werde. Oft war es minutenlang ganz ruhig; dann unterbrach plötzlich wieder der Klang eines