Teil eines Werkes 
3. Band, 1812 : ein historischer Roman : 3. Theil (1843)
Entstehung
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ten darüber bekannt, weil Jeder, der den Seinigen noch ſo eilig geſchrieben, doch irgend eines Umſtandes gedacht hatte. Die Erſtürmung der großen Redoute war von Mehreren kurz berichtet. Faſt Keiner, der nicht von den großen Ver⸗ luſten, der Hartnäckigkeit des Kampfes, dem entſetzlichen Artilleriefeuer, den unbeſchreiblichen Anſtrengungen irgend etwas erwähnte.

Nach drei Tagen erſchien ein ausführlicherer, amtlicher Bericht in den Zeitungen. Die Gräfin las ihn zuerſt mit der geſpannteſten Aufmerkſamkeit. Ihr Herz ſchlug ſtolz, ſo oft der Tapferkeit der polniſchen Truppen gedacht wurde; zumal aber, wo der Bericht von der Cavalerie ſprach. Als ſie zu Ende geleſen, ging ſie zu Lodoiska und Marie hin⸗ über, die, mit weiblichen Arbeiten beſchäftigt, auf ihrem Zimmer ſaßen, um ihnen vorzuleſen, was die Zeitungen meldeten. Die Spannung beider Mädchen war ſo groß, daß ihnen unwillkürlich die Nadel entſank; bei jedem neuen Kampfe, der geſchildert wurde, bebten ſie auf's Neue für die Ihrigen. Zumal als es hieß:„Jetzt erhielt der König von Neapel Befehl vom Kaiſer, was ihm an Cavalerie zu Ge⸗ bote ſtehe, zuſammenzuraffen und damit die ruſſiſchen Linien zu werfen, ſodaß die furchtbare Redoute in der Kehle an⸗ gegriffen werden könnte. Zwei ſächſiſche Küraſſierregimenter, drei polniſche leichte Cavallerieregimenter—

Hier fing Lodoiska an zu zittern und erbleichte; ſelbſt die ruhigere Marie wechſelte die Farbe. Raſinski wurde nicht genannt, doch eine Ahnung ſagte ihnen, er ſei mit ſeinem Regimente dabei geweſen. Dieſe Vorſtellung wirkte

mächtig ein; die Beſchreibung des Gefechts war lebhaft, ſie

geſtand große Verluſte ein, ſchilderte aber auch den Triumph

des Sieges mit glänzenden Farben. Die Gräfin hatte geendet.

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