Teil eines Werkes 
3. Band, 1812 : ein historischer Roman : 3. Theil (1843)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

— 41—

um mir etwas Unangenehmes zu erſparen,“ ſprach Marie freundlich und reichte ihm die Hand;„nehmen Sie meinen ganzen Dank im Voraus dafür an.“

„Wenn Sie mir nur mehr, nur wirklich etwas, das einem Dienſt, einer That ähnlich ſähe, aufgetragen hätten! Wünſchen Sie vielleicht nähere Auskunft über dieſe beiden Männer?“ 3

„Ich weiß nicht, ob ſie mir fruchten würde,“ antwor⸗ tete Marie;„doch ſagen Sie uns, was Sie wiſſen, denn ſchädlich kann es mir nie ſein, die Verhältniſſe Derjenigen genauer zu kennen, vor denen ich mich zu hüten habe.“

„Es iſt in der That wenig. Wie ich aus ihren Ge⸗ ſchäften erſah, ſind Beide in der Civilverwaltung, die zu der großen Armee gehört, angeſtellt, und zu dieſem Zwecke begeben ſie ſich jetzt dahin. Ihre Thätigkeit ſcheint ſich ge⸗ genwärtig beſonders auf die Verpflegungsanſtalten zu be⸗ ziehen, die im Rücken der Armee angelegt ſind und noch werden.“

„So würden ſie vielleicht nicht zur Armee ſelbſt abge⸗ hen?“ fragte Marie und ein Schimmer der Hoffnung lebte in ihr auf.

„Ihre nächſte Beſtimmung iſt Wilna; weiter vermag ich nichts anzugeben. Dorthin werden ſie aber ſchon binnen einiger Stunden unterwegs ſein.“

„Es iſt auch hinreichend und beruhigend genug für uns,“ ſprach die Gräfin.„Aber Ihre eigene Abreiſe iſt ſo nahe,“ nahm ſie mit Leichtigkeit eine andere Wendung, „daß wir uns faſt fürchten müſſen, Ihnen durch die Bitte, den überreſt des Abends bei uns zu verweilen, die Zeit zu Ihren Vorbereitungen zu rauben.“

„Wenn Sie mir nur geſtatten wollen, dieſe wenigen Stunden ſo glücklich zuzubringen; meine Geſchäfte ſind been⸗ digt. Um neun Uhr empfange ich meine Abfertigung, um