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Durch dieſe Zuſicherung einigermaßen beruhigt, ſchöpfte Marie wieder freien Athem. Hatte die Gräͤfin Recht, ſo war ſie in der That einer großen Gefahr aufs glücklichſte ent⸗ gangen. Denn bei dem damaligen Zuſtande der Dinge hatte
ſie, in Deutſchland wenigſtens unbedingt, von der Willkür
eines ſolchen Feindes wie Beaucaire und muthmaßlich auch St. Luces Alles zu fürchten. Es gab keine andere Rettung als Flucht oder irgend einen mächtigen Schutz. Auf dieſen hoffte Marie durch das Anſehen der Gräfin; ſich ſelbſt über⸗ laſſen, wäre ſie verloren geweſen; denn der geringſte Ver⸗ dacht, in politiſche Umtriebe verwickelt zu ſein, reicht ja hin, ſelbſt gegen Frauen die härteſten Maßregeln zu verfügen, und Marie wußte nur zu gut, daß ſie und ihre Mutter denſelben nur durch Raſinski's geſchickte und thätige Ver⸗ wendung und durch den glücklichen Umſtand der Abreiſe St. Luces aus Dresden entgangen waren. Was damals der Bruder für ſie gethan, das hoffte ſie jetzt von der Schweſter. Um Gewißheit über die Lage der Dinge zu er⸗ halten, meinte die Gräfin, es ſei nöthig, Arnheim, wenn auch nicht ganz, doch zum Theil ins Geheimniß zu ziehen; ein Vertrauen, deſſen Marie ihn nach Dem, was er ihr die⸗ ſen Morgen eröffnet hatte, undedingt würdig hielt. Man war zwar in der Kirche von ihm getrennt worden, doch zweifelte man keinen Augenblick, daß er ſich ſehr bald wie⸗ der im Hauſe der Gräfin zeigen werde. Indeſſen wurde es Mittag, und er erſchien nicht. Dies erregte einige Beſorg⸗ niſſe in Marien, obwol ſie über ihre eigene Lage ſchon ru⸗ higer wurde, da ſie mit Recht vorausſetzte, wenn Beaucaire ſie bemerkt hätte und ſie verfolgen wolle, ſo werde ſie ſchon jetzt die Wirkung ſeiner boshaften Thäͤtigkeit erfahren haben; denn er konnte ſie nicht anders als in Geſellſchaft der Gräfin und Lodoiska's, die er Beide kannte, geſehen haben, und


