Teil eines Werkes 
3. Band, 1812 : ein historischer Roman : 3. Theil (1843)
Entstehung
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zur Ruhe niedergeſetzt hat; er weiß nicht, bringt ihm Flucht oder Verweilen Verderben. Wie Beaucaire und St. Luces in dieſem Augenblick ſtanden, war es unmöglich für ſie, Marien zu ſehen. Doch das konnte ſie nicht wiſſen, ob ſie nicht ſchon längſt von Beiden bemerkt worden war. O, was hätte ſie jetzt darum gegeben, wenn ſie wie Lodoiska und die Gräfin einen Schleier getragen hätte, um ihr Angeſicht zu verhüllen! Sie beugte es herab, bedeckte es mit ihrem Tuch, ſuchte ſich zu verbergen ſo weit als es möglich war; doch der Strom des Gedränges trieb ſie immer näher auf die Gefahr hin, und ſie ſah den Augenblick herankommen, wo ſie Beaucaire berühren, Arm gegen Arm mit ihm ſtehen werde. Sie würde der Gräfin einen Wink gegeben haben, doch war jedes Wort gefährlich, konnte ſie verrathen. In Todesangſt harrte ſie ſtumm aus und ergab ſich in ihr Schickſal. Nur ein ſtummes Gebet ſandte ſie zu dem All⸗

mächtigen empor, daß er ſie aus dieſer Gefahr erretten möge.

Da warf ſich plötzlich der Strom der Menge ſeitwärts, weil man eine zweite Thür geöffnet hatte. Dieſem Zuge folgte die Gräfin, und ſo erreichte man nach einigen Minuten das Freie, wo für den Augenblick wenigſtens Sicherheit war. Jetzt erſt konnte Marie der mütterlichen Freundin die Ge⸗ fahr entdecken, in der ſie ſchwebte. Dieſe ſchlug ſogleich ei— nen Umweg durch einige Nebengaſſen ein, um unbemerkt den Palaſt zu erreichen. Sie beruhigte Marien durch die Ver⸗ ſicherung, daß es in Warſchau Niemand wagen werde, das Heiligthum der Gaſtfreundſchaft zu ſtören, ſelbſt wenn man ihren Aufenthalt entdeckt haben möchte.„Indeß bezweifle ich es,“ fuhr ſie fort,„denn hätte einer dieſer Männer uns erkannt, ſo würden ſie ihr Auge unverwandt auf uns ge⸗ heftet haben; doch habe ich nichts der Art bemerkt.“ Auch

Lodoiska trat dieſer Meinung bei.