Teil eines Werkes 
3. Band, 1812 : ein historischer Roman : 3. Theil (1843)
Entstehung
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ſegensreiche Folgen für uns haben, als die Hoffnungen ge⸗ weckt ſind?

In dieſen Gefühlen hatte man ſich der Kirche genähert, deren weite Pforten geöffnet ſtanden. Die Klänge der Orgel drangen den Eintretenden feierlich entgegen und miſch⸗ ten ſich mit dem brauſenden Schall der Glocken. Die Ker⸗ zen am Hochaltare brannten; vor allen Heiligenbildern waren ſie angezündat. Das Volk erfüllte ſchon faſt die geräumi⸗ gen Hallen, doch noch immer neue Maſſen drängten heran. Mit Mühe gewann die Gräfin noch ihren geſchloſſenen Betſtuhl, durch deſſen Gitter man die ganze Kirche über⸗ blickte. Gegenüber auf dem Chor waren die Sitze der franzöſiſchen Geſandtſchaft; links ſah man den Hochaltar, rechts die Kanzel.

Die Vergitterung des Platzes war Marien angenehm, weil ſie dieſem Gottesdienſt, ohne ſeine Formen mitzumachen, beiwohnen mußte, alſo nur als Zuſchauerin erſchien, während ihr Herz doch ſo dankbar für die Erhaltung der Ihrigen ſchlug, das Flehen ihrer Bruſt um eine ſegensvolle Wendung der Schickſale ihres Vaterlandes brünſtig zu Gott emporſtieg. Sie empfand es jetzt, wie die wahre Frömmigkeit, der wahre, feſte Glaube keine Secten, keine Formen des Gebets kennt. Ihr findet den Gott überall da, wo ihr wahrhaft zu ihm betet.

Während die Gräfin und Lodoiska, den Roſenkranz in der Hand, niederknieten, blieb Marie ſtill, aber andächtig auf ihrem zurückgezogenen Sitze. Arnhein war nicht mit in den Betſtuhl der Gräfin getreten, weil die Sitte Männer und Frauen in der Kirche ſonderte.

Lodoiska betete mit der Gluth einer Schwärmerin; ihr Auge heftete ſich unverwandt auf ein gegenüberhängendes Marienbild. Leiſe bewegte ſie die zarten Lippen, doch kein