Teil eines Werkes 
3. Band, 1812 : ein historischer Roman : 3. Theil (1843)
Entstehung
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ſchlechte Dichter thun es. Die Schönheit des Gleichniſſes beſteht nur in der ahnungsvollen, aber ſogleich tief verſtänd⸗ lichen Bedeutung der Wahrheit; man ſoll ſie daraus erken⸗

nen, empfinden, aber nicht erweiſen noch erklären wollen.“

Die Gräfin hörte den Worten Arnheims aufmerkſam zu; ein Geſpräch, welches ihren Scharfſinn anregte, war ihr immer das liebſte. Marie hatte ſich zu Lodoiska geſellt, deren Freude ſie jetzt mit einem ähnlich beglückten Herzen theilen konnte.

Plötzlich tönte das feierliche Geläute der Glocken von der nahen Kathedrale in das Rauſchen der Bäume, das Wehen des Windes hinein.

„Zu dieſer ungewöhnlichen Zeit? Was mag das be⸗ deuten?“ fragte die Gräfin.

Die Glockenſtimmen vervielfältigten ſich; von nähern und fernern Thürmen her drang der Schall durch die Vor⸗ mittagsſtille.

„Es wird der Feier des Sieges gelten,“ bemerkte der Rittmeiſter.

„Sie haben Recht. Ja, und es iſt ein Sieg, für den wir dem Himmel danken müſſen! Wie das Herz mir groß wird bei dieſen Klängen. Ein Sieg! Ein Sieg! Aus den dunklen Wetterwolken der Schlacht bricht vielleicht die neue Morgenröthe für unſer Vaterland an! Jetzt verſtehe ich den Trieb der Unruhe in meiner Bruſt; unter das betende, dankende Volk muß ich mich miſchen, die glühende Seele im eigenen Gebet gen Himmel ſenden!“

Sogleich wandte ſie ſich um und ging zurück dem Pa⸗ laſt zu. Ihr Entſchluß war ein unwiderſtehliches Gebot für die übrigen, auch wenn nicht der eigene Drang der Freude ſie vor den Altar des Allmächtigen getrieben hätte.

„Keinen Wagen, keinen Wagen!“ rief die Gräfin einem

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