Teil eines Werkes 
3. Band, 1812 : ein historischer Roman : 3. Theil (1843)
Entstehung
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aber nicht minder treues Mitglied, ſprach Marie und reichte ihm die Hand.In meinem Herzen gehörte ich einem ſol⸗ chen Bündniß längſt an!-

Arnheim ergriff Mariens Hand. Er küßte ſie nicht, aber drückte ſie mit Wärme. Ein wunderbares Gefühl be⸗ klemmte ihm die Bruſt. Marie ſtand ſo holdſelig vor ihm, ihr blaues Auge blickte ihn ſo treu und offen an, o ſie war ſchön und gut, und beſſer als ſchön!

Wie nennen Sie den ſchönen Bund, dem ich im Stillen angehören will? ſprach ſie, als er bebend ſchwieg; ich habe aber nur gefragt, wenn Sie mir antworten dürfen.

Er führt einen würdigen, vielleicht zu ſtolzen Namen. Doch iſt er nur von dem Wollen, nicht von dem Vollbrin⸗ gen der Bundesbrüder zu verſtehen, er heißt der Tugend⸗ bund.

In dieſem Augenblicke zogen die letzten Gewölke vor der Sonne vorüber, und ihr heller Strahl fiel rein, glänzend auf die Sprechenden. Zugleich erhob ſich ein hehres Rauſchen in den herbſtlichen Wipfeln, als ob edle Geiſter auf mächtigen Fittigen vorüberſchwebten. Der Wolkenſchleier theilte ſich weit; das Licht quoll aus dem blauen Naume herab und verbreitete ſich, wie eine goldene Welle, über den Raſen und die ſtolz ſich wiegenden Kronen der Bäume.

Das iſt die Nähe des Allmächtigen, es iſt ſein Glück verheißender Wink, das Zeichen ſeiner ſegnenden Beſtätigung! rief Marie begeiſtert aus und richtete das verklärte Auge gegen die Wölbung des Himmels hinauf, deren tiefes, reines Blau klar über dem zerfließenden Gewölk ſtand.Was mich auch Bitteres treffe, welche Prüfungen Du mir ſendeſt, an dieſes Zeichen will ich mich halten. Das ſoll mir glänzen weithin durch dunkle Tage, die Dein Wille mich führt. So ſprach ſie in der Fülle ihres heiligen Vertrauens.